Die britische Regierung sucht verzweifelt nach Beweisen, mit denen die Russen eindeutig als Täter in der Skripal- Affäre festgenagelt werden können. Diese für Großbritannien mehr und mehr peinliche Angelegenheit begann vor ein paar Wochen, als ein Doppelspion und seine Tochter mit einem extrem tödlichen Gift in Berührung kamen und glücklicher Weise überlebten. Oder sollte man treffender sagen: „… angeblich mit einem angeblich extrem tödlichen Gift in Berührung kamen …“ Kaum waren damals die Beiden in ein Spital eingeliefert, war für die britische Regierung schon klar: „Das waren die Russen“ und der britische Außenminister wähnte sogar Putin persönlich hinter dem Anschlag. Seither gab es außer Behauptungen nicht viel Neues bis auf die Meldung, dass die Organisation für ein Verbot chemischer Waffen (OPCW) einen Bericht über die Untersuchung in der Skripal- Affäre vorgelegt hat. Dieser Bericht bestätigt aus Sicht der britischen Regierung die Verantwortlichkeit Russlands für den Anschlag. Sie haben das auch so veröffentlicht und Nachrichtenagenturen haben das genau so übernommen und weitergegeben. Tatsächlich wurden aber in dem Bericht weder eine russische Herkunft noch der Name des Giftes bestätigt. OPCW hat bloß die britischen Untersuchungsergebnisse „in Bezug auf die Identität der toxischen Chemikalie bestätigt“, wie es heißt. Viele grosse Medien in der westlichen Welt rudern jetzt zurück und korrigieren ihre reisserischen, aber unwahren Artikel der letzten Zeit. Peinlich für die britische Regierung. Peinlich aber auch für viele Medien, die somit voller Eifer einen nicht bestätigten Verdacht verbreiteten. Und peinlich auch für die deutsche Kanzlerin Merkel und ihren Außenminister Maas. Die beiden haben sich nämlich, wie zu lesen ist, wegen der öffentlichen Beschuldigung der Russen, für einen angeblichen „Giftgas- Anschlag“ verantwortlich zu sein, eine Strafanzeige u. a. wegen Volksverhetzung eingehandelt.

Beweise gesucht werden aber auch in Syrien für einen Giftgaseinsatz. Der US- Verteidigungsminister sagte, endgültige Beweise für den Chemiewaffeneinsatz würden noch gesucht. Der französische Präsident Macron scheint da besser informiert zu sein (oder er lügt). Er behauptet nämlich, Frankreich habe Beweise für den Chemiewaffen- Einsatz der syrischen Regierung. Die Briten behaupten zwar nach wie vor, es sei „sehr wahrscheinlich“, dass die syrische Regierung Gas eingesetzt hat, aber sie können nach wie vor die Behauptung nicht beweisen. Von UNO- Fachleuten hörte man schon, dass sie nicht einmal bestätigen können, dass ein Giftgas- Einsatz überhaupt passierte.

Jetzt aber nimmt die ganze Geschichte eine überraschende Wende. In einer russischen Meldung heißt es, der angebliche Giftgasangriff könnte eine Inszenierung Großbritanniens gewesen sei, die die Weißhelme zur Ausführung überredeten. Der russische Außenminister sagte: „Wir haben unwiderlegbare Beweise dafür, dass dies ein weiterer inszenierter Vorfall war“ und der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums sagte: „Wir haben Beweise, dass Großbritannien an der Organisation dieser Provokation in Ost- Ghouta direkt beteiligt ist“.

Wenn für diese Behauptungen die Russen tatsächlich Beweise auf den Tisch legen (können), dann wäre Macron der Lüge überführt und die Briten könnten ihren militärischen Vergeltungsschlag gegen sich selbst richten und ihre Verbündeten auffordern, dabei mitzumachen. Noch ist es aber nicht so weit. Noch suchen sie verzweifelt nach Beweisen für die Schuld Syriens und noch haben die Russen nichts vorgelegt.

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