Diesem Spruch von Franz Kafka kommt gerade jetzt wieder besondere Bedeutung zu. Gerade jetzt beim Syrien- Konflikt, wieder befeuert wegen eines angeblichen Giftgaseinsatzes, aber auch in der Skripal- Affäre in Großbritannien, hat man den Eindruck, dass nur mehr gelogen wird. Aber nicht nur von den Politikern (von denen erwartet man ja Ehrlichkeit und Seriosität und Verantwortungsbewusstsein, obwohl sie laufend das Gegenteil beweisen), sondern auch von den Medienmachern, von sogenannten Fachleuten und Experten und Militärs. Aktuelles Beispiel Syrien: Es gibt noch keine vorgelegten Beweise für eine syrische Täterschaft bei der Giftgasattacke; es ist nicht einmal sicher, ob es überhaupt eine gab. Trotzdem haben die „Guten“ schon bombardiert. Forschungs-, Produktions- und Lagerstätten sollen das Ziel der Raketen gewesen sein, von denen angeblich ein großer Teil abgefangen worden sein soll oder auch nicht. Auch da wird gelogen. Sonderbar nur; im Vorfeld gab es keine Berichte, dass solche Anlagen in Syrien (noch) existieren. Vorausgesetzt; die Angaben über die Raketenziele entsprechen der Wahrheit: Ist es nicht schwer kriminell, ja kommt es nicht einer Mittäterschaft gleich, der Assad- Regierung laufend Gasangriffe vorzuwerfen, über Produktions- und Lagerstätten Bescheid zu wissen und nichts dagegen zu unternehmen? Eine kriminelle Mitwisserschaft ist es allemal. Wenn die Angaben der USA, Frankreichs und Großbritanniens über die zerstörten Gebäude stimmen und nicht auch Lügen sind. Bei den ganzen Diskussionen über Gasangriff und Vergeltungsschlag werden die fehlenden Beweise immer mehr in den Hintergrund gedrängt, immer weniger erwähnt. Der Giftgasangriff, den man der syrischen Armee unterstellt, wird mittlerweile in den Medien als nicht zu bestreitende Tatsache verkauft, als Absolution für den Raketenangriff. Die Leitmedien gehen da der Politik fast hörig zur Hand. Es wird aber nicht nur wegen Syrien und dessen Präsidenten Assad gelogen, sondern auch wegen Russland. Präsident Putin soll so dargestellt werden, dass er einen Giftgasmörder unterstützt, sein Helfershelfer ist. Es soll gezeigt werden, dass er auf der falschen Seite steht, nicht glaubwürdig und somit kein Partner ist. Es geht natürlich auch gegen den Iran, der in Syrien militärisch vertreten ist und speziell von Israel als Unterstützer Syriens unerwünscht ist. Auch die Saudis wollen die Iraner aus Syrien weghaben, sie fürchten um ihren religiösen und politischen Einfluss in der Region. Der Westen, und in dem Fall gehören die Golfstaaten und auch die Türkei dazu, wollen in Syrien entweder eine Marionette als Herrscher oder das Chaos und dafür ist jede Lüge recht, scheint es.

Das andere Beispiel ist die Skripal- Affäre. Auch da dürfte die Wahrheit, wenn überhaupt, nur eine untergeordnete Rolle spielen. Auch da wird nur mit Behauptungen, Unterstellungen und Lügen gearbeitet. Auf Grund von nicht bewiesenen Behauptungen wurden russische Botschafter nicht nur aus Großbritannien, sondern auch aus den USA und etwa 20 weiteren Staaten ausgewiesen. Die Details der Vorwürfe änderten sich, aber Beweise fehlen nach wie vor. Ein eher nichtssagendes Gutachten der OPCW wird nach Bedarf interpretiert. In dem Zusammenhang mussten ja namhafte Medien schon falsche Berichte zurücknehmen und sich entschuldigen. Und darüber, dass Spezialisten eines Schweizer Labors, welches im Auftrag von OPCW Proben des Skripal- Giftes untersucht haben, hört man so gut wie gar nichts. Diese Spezialisten haben nämlich nachgewiesen, dass die Skripals mit einer giftigen Chemikalie, welche als „BZ“ bekannt ist, in Kontakt kamen. Dieses Gift gehörte aber zu den chemischen Waffen Großbritanniens, der USA und anderer NATO- Staaten und wurde in Russland bzw. in der Sowjetunion nie hergestellt. Also auch in dem Fall Lug und Trug, um Russland schlecht zu machen. Was aber nicht heißen soll, dass Russland nie lügt. Bei „BZ“ fehlt jetzt nur mehr, dass jemand auf die schräge Idee kommt zu behaupten, die Russen hätten dieses Gift irgendwo aus einem westlichen oder NATO- C- Waffen- Depot gestohlen.

Der Publizist Hendryk Broder sagte einmal: „Das Verbot von Lügen wäre ein Berufsverbot für Politiker“und George Orwell meint einst: „In dieser Zeit der universellen Täuschung, ist die Wahrheit zu sagen ein revolutionärer Akt“.

Das Skripal- Gift „BZ“:

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