Die Strohköpfe in Brüssel lernen nichts dazu; stumpfsinnig wiederholen sie alte Fehler. Mit den letzten EU- Erweiterungen hat sich diese Truppe Probleme eingehandelt, an denen sie heute sowieso, aber auch in nächster Zukunft zu beißen hat und das wurde damals auch zugegeben. Stichwort Korruption, Veruntreuung, Misswirtschaft, Kriminalität (Blutrache bzw. Kanun), Rechtsstaatlichkeit etc. Die Liste an Stichwörtern ist nicht enden wollend. Leider haben ja all die negativen Folgen die EU- Bürger, hauptsächlich jene der Nettozahler- Staaten, auszubaden und nicht die allerwertesten Herrschaften in Brüssel. Jetzt ist es also wieder so weit; die EU- Kommission sprach sich für den Beginn von Beitrittsverhandlungen mit Mazedonien und Albanien aus. Weil die beiden Länder so brav sind und in den letzten Monaten so viel getan haben. Und das sollte anerkannt werden. Und außerdem sei eine glaubwürdige Beitrittsperspektive aufbauend für die Umsetzung „wichtiger und auch mühevoller Reformen“. Solche und ähnliche Worthülsen gab es zuhauf zu hören. Die Türkei entfernt sich, wie in Brüssel mit Bedauern festgestellt wird, zunehmend weiter von der EU und ihren „Werten“, ein Beitritt rückt deswegen in immer weitere Ferne. Deshalb gilt das Interesse verstärkt dem Balkan, um die weißen Flecken auf der EU- Karte weg zu kriegen. Beitrittsverhandlungen laufen zwar nur mit Serbien und Montenegro, aber den Rest des Balkans will man doch auch unter einem blauen Dach mit gelben Sternen. (Beim Zwergstaat Montenegro, bei dem mehr Staatsbürger im Ausland als auf dem eigenen Territorium leben, ist für die Beitrittsverhandlungen wohl ausreichend, dass der Euro heute schon offizielles Zahlungsmittel ist). Ist zwar kein Ersatz für die Kaufkraft der Türkei mit seinen mehr als 80 Millionen Einwohnern, aber besser als nichts. Es ist immerhin ein Schritt zum Vereinten Großeuropa vom Atlantik bis zum Ural oder so ähnlich und vielleicht kann man den Briten auch noch einreden, dass die Brexit- Abstimmung nur ein schlechter Scherz war und nichts gilt. Ja, der Größenwahn der EU- Häuptlinge ist stark ausgeprägt, da kann die Vernunft nicht mithalten.

Ist der Wunsch der EU- Kommission nach Erweiterung nur im Größenwahn zu suchen oder gibt es auch noch andere Gründe? Sind möglicher Weise Militärstrategen oder Wirtschaftsleute die treibenden Kräfte? Dass sich mit den Balkanstaaten ein finanzielles Desaster a la Griechenland wiederholen könnte, wird ausgeblendet und ob die „Werte der EU“ gelebt werden, sei dahingestellt. Ein Punkt soll aber nicht ausgeblendet werden: Die Balkanstaaten wurden, solange Tito lebte, mit eiserner Faust zusammen gehalten. Kaum war diese Faust weg, begannen die Streitereien unter den einzelnen Teilrepubliken, begann der Zerfall Jugoslawiens, der in den Balkankriegen mündete. Wobei der Westen da nicht ganz unschuldig war. Diese Streitereien sind bis heute nicht ganz beigelegt und jetzt will man diese Staaten in die EU holen.

Ist das eigentlich jemandem so richtig bewusst: Der Vielvölkerstaat Jugoslawien, allesamt Slawen mit verwandter Kultur und Sprache, zerfiel unter Krieg in Einzelstaaten. Die EU ist ebenfalls ein Gemisch aus verschiedensten Völkern – Slawen, Romanen, Germanen – mit verschiedenen Sprachen und immerhin ähnlicher Kultur und importiert zusätzlich eine völlig fremde Kultur und bejubelt völlig schwachsinnig die Diversität und will die zunehmenden Probleme nicht sehen. Denkt sich da wer was dabei?

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