In Kanada gab es eine Amokfahrt mit einem Auto; zehn Tote bis jetzt und 15 Verletzte. „Wieder einmal“ eine Amokfahrt mit einem Auto, denn schon in Österreich, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und wer weiß wo noch wurden ja ebenfalls Autos als Tatwaffe benutzt und für die Toten und Verletzten wird es kaum von Bedeutung sein, ob es ein Terroranschlag oder „nur“ eine Amokfahrt war. Der Täter fuhr über eine ziemlich weite Strecke im Zick- Zack, wechselte zwischen Straße und Gehweg, um möglichst viele Menschen zu erwischen. Die kanadische Politik betonte aber sofort, dass es sich um keinen Terroranschlag handeln dürfte, dass die „nationale Sicherheit“ Kanadas nicht bedroht sei und deutete an, dass es sich um einen Einzelfall handle. Dieses Erklärungsmuster ist ja von ähnlichen Vorfällen in Europa schon sattsam bekannt und natürlich fehlt auch in dem Fall der Hinweis nicht, dass der Täter wahrscheinlich geistig verwirrt sei. er habe also psychische Probleme. aber auch das ist nichts Neues.

Auch die Politik hat nichts Neues zu bieten. Der kanadische Ministerpräsident, der sich vor nicht allzu langer Zeit über Kanzler Kurz ziemlich abfällig geäußert hat, kramte eine für solche Anlässe schon wiederholt verwendete Worthülse hervor und sagte, mit Betroffenheit zeigender Miene: „Unsere Gedanken sind bei den Betroffenen…“ („Our thoughts are with all those affected by the terrible incident at Yonge and Finch in Toronto…“). Dieser Sager ist schon dermaßen abgelutscht; man kann ihn nicht mehr hören, weil er längst keine Glaubwürdigkeit mehr besitzt. Egal, ob es sich um eine terroristische Attacke handelt oder „nur“ um die Amokfahrt eines psychisch Gestörten.

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