Am 25. April wurde in der „Kronenzeitung“ ein Leserbrief von Hrn. Blank mit dem Titel: „Die Tiere müssen noch leben“ veröffentlicht. Hr. Blank schildert darin die Gepflogenheiten rund um einen chinesischen Lebendtiermarkt, um dann überzugehen auf den eben abgeschlossenen Schweine- Deal der österreichischen Regierung mit den Chinesen. Hr. Blank schreibt da u. a.: „Wo bleibt denn da der angeblich in Europa so hoch gehaltene Tierschutz?…“ Die Frage ist berechtigt, falls tatsächlich Lebendschweine nach China geliefert werden sollten. Ist aber auf Grund der Entfernung und des damit verbundenen Zeitaufwandes ( veterinärmedizinische Kontrollen an den Grenzen, Füttern, Tränken etc.) äußerst unwahrscheinlich. Die Frage zum angeblich so hoch gehaltenen Tierschutz stellt sich aber auf jeden Fall auch in Österreich und zwar im Fall des Schlachtens von Tieren nach islamischem Ritus, also „halal“. In Österreich wird da, wenn ich richtig informiert bin, erst dann eine Betäubung des Tieres vorgenommen, wenn der Hals des Tieres schon durchgeschnitten ist und das Tier schon ausblutet. Ob zu dem Zeitpunkt eine Betäubung noch Sinn macht, wage ich zu bezweifeln. Ich wage auch zu bezweifeln, ob tatsächlich bei jeder halal- Schlachtung ein Tierarzt dabei ist. Wenn ich wiederum richtig informiert bin, ist in Deutschland z. B. das Tier zu betäuben, bevor der Halsschnitt durchgeführt wird.

Ich habe übrigens vor längerer Zeit einen Artikel eines islamischen Religionsgelehrten gelesen. Der sagte in seinem Artikel, dass es laut Koran nicht verboten ist, ein Tier vor dem Schlachten zu betäuben. Diese Vorgangsweise des „halal“ Schlachtens in Österreich wäre auf jedem Fall ein Thema für unsere Tierschützer, die ja sonst wegen jeder Kleinigkeit auf die Barrikaden gehen. Es sollten sich aber selbstverständlich auch Regierung und Parlament ernsthaft damit befassen. Die jetzt geübte Praxis hat nichts mit Tierschutz zu tun und auch nicht mit freier Religionsausübung. Es ist nur ein Kniefall vor einer islamischen Tradition.

Der Leserbrief:

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