In Wien wurde ein tschetschenisches Mädchen von einem „lieben Nachbarbuben“ bestialisch ermordet. Seit mehr als einer Woche wird nun in vielen österreichischen Printmedien Tag für Tag mit bis zu drei Doppelseiten über den jungen tschetschenischen Kindermörder und seine Familie, über das ermordete Mädchen, über seine Mutter und die Geschwister berichtet. Es passiert in Österreich öfters ein schrecklicher Mord, ich kann mich aber nicht daran erinnern, dass den Beteiligten jemals so viel Medieninteresse und öffentliche Anteilnahme zuteil wurde. Das betrifft aber nicht nur die Medien, das betrifft z. B. auch die Stadt Wien. Es ist auch kein Fall bekannt, in dem die Angehörigen des Opfers binnen einiger Tage eine andere Gemeindewohnung bekamen, weil ihnen die alte Wohnung nicht mehr zuzumuten war. „Eine schöne Wohnung“, wie die Mutter des ermordeten Mädchens dankbar erzählte.

So schlimm der Mord an dem Mädchen auch war: Es reicht jetzt! Macht endlich Schluss! Es wurde genug berichtet.

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