Die USA sind jene Weltmacht, die gerne Staaten aus irgendwelchen Gründen als „Schurkenstaaten“ bezeichnen und sie im Normalfall über kurz oder lang militärisch angreifen. „In die Steinzeit zurückbomben“, wie sie auch schon angedroht haben. Präsident Bush hat seinerzeit einige Staaten zu Schurkenstaaten erklärt. Die meisten dieser Staaten sind „abgearbeitet“, aber der Iran, Sudan und Syrien tragen diesen Titel noch. Wobei in Syrien ja kräftig gearbeitet wird und der Iran fürchten muss, dass er auch bald an der Reihe ist. US- Präsident Trump dürfte ja nicht grundlos das Atom- Abkommen einseitig aufgekündigt haben, obwohl der Iran sich korrekt an den Vertrag hielt. Der Sudan steht auch noch auf der Liste der Schurkenstaaten. Was dort genau abläuft, weiß man nicht; es gibt zu wenig bestätigte Meldungen von diesem Land. Von Präsident Trump wurde aber Nordkorea wieder zum Schurkenstaat erklärt, obwohl in nächster Zeit ein Treffen zwischen Trump und Kim Jong- Un, dem Machthaber von Nordkorea, stattfinden soll.

Wenn man sich die Verhaltensweise der USA in den letzten Jahren anschaut, dann bekommt man aber eher den Eindruck, dass die USA selbst ein Schurkenstaat sind. Gehen wir zurück zu 9/11, als der größte Terroranschlag in den USA stattfand. Da hieß es überraschend schnell, dass die meisten der Terroristen Saudis waren. Trotzdem wurde Afghanistan überfallen und die USA führen dort durchgehend seit 2001 Krieg; seit 17 Jahren und die Saudis sind nach wie vor die besten Verbündeten der USA in der Region; nach Israel. Der Krieg gegen den Irak begann mit einer Lüge über die „Massenvernichtungswaffen“ von Saddam Hussein. Den Krieg gegen Libyen begannen die Europäer gemeinsam mit den USA bzw. der NATO- Staaten. Dafür gab es sogar eine UNO- Resolution. Machthaber Gaddafi wurde ermordet, das Land „erfolgreich“ zerbombt. So wie in einigen anderen Ländern herrscht nach der „Bestrafung“ durch die USA immer noch Chaos. Ja, es ist gefährlich, den Überlegenheitsanspruch der USA nicht zu akzeptieren oder in Frage zu stellen. Zu dieser Erkenntnis kommt spätestens jetzt auch Nordkorea. Es wird nämlich davon ausgegangen bzw wird darüber berichtet, dass Nordkoreas Machthaber Kim Jong- Un von Trump vor die Wahl gestellt wurde, das Diktat der USA zu akzeptieren oder womöglich Gaddafis Schicksal zu teilen. Die USA wollen ein Abkommen mit Nordkorea, welches einer völligen Unterwerfung unter ein US- Diktat gleichkommt. Die USA argumentieren schon immer gerne mit dem Recht der Stärke und nicht mit der Stärke des Rechts. Wie sagte doch Ex- US- Präsident und Friedensnobelpreisträger Obama einmal so passend: „Wir müssen Gewalt anwenden, wenn Länder nicht das machen, was wir wollen“. Diese Einstellung traut man eigentlich eher einem „Schurkenstaat“ zu als einer demokratischen Großmacht.

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