Es gibt Geschichten, die nehmen ganz einfach kein Ende. Eine davon ist die des Folteropfers Bakary Jassey, durch die zahllosen Medienberichte besser bekannt als Bakary J. Vor ein paar Tagen war wieder einmal ein kurzer Bericht über ihn in der Zeitung; mit einer kurzen Rückblende. Da war zu lesen, dass der aus Gambia stammende Mann 2006 von WEGA- Beamten gefoltert wurde und seither an Störungen leidet. Welcher Art diese Störungen sind, wurde aber nicht erwähnt. Es war auch zu lesen, dass er schon 110.000 Euro bekam, seine Rechtsanwältin aber noch 384.000 forderte. Diesen Prozess verlor sie, das OLG Wien hob das Urteil auf, ein neuer Prozess folgte, der vorerst geschlossen wurde, weil Krankenakte vorgelegt werden müssen. Die unendliche Geschichte eines bedauernswerten Mannes. Ist das alles und vor allen Dingen; ist das die ganze Wahrheit? Um das zu erfahren, muss man noch etwas weiter als bis 2006 zurückgehen, nämlich bis in die 90er Jahre. Damals kam Herr Bakary J. illegal und unter falschem Namen nach Österreich und beantragte Asyl. Und obwohl er gültig verheiratet war, heiratete er in Wien noch einmal und erreichte dadurch eine befristete Aufenthaltsbewilligung. Ein Illegaler und ein Bigamist also. Dann stieg der Herr auch noch in den Drogenhandel ein. Wie zu lesen ist, erwischte ihn damals die Polizei mit dreiviertel Kilo Kokain. 1997 wurde ein Aufenthaltsverbot verhängt, 1998 gab es eine rechtskräftige Verurteilung wegen Drogendelikten, 2000 wurde sein Asylantrag abgelehnt, 2006 endete seine Haftstrafe und in weiterer Folge sollte er in seine Heimat abgeschoben werden. Die Abschiebung wurde abgebrochen, nachdem er massiven Widerstand leistete. Dann wurde Herr Bakary J. von WEGA- Beamten gefoltert, wobei der Prozess gegen die Beamten wegen der Folterung bzw. Körperverletzung bis heute trotz rechtskräftigem Urteil einige Rätsel birgt; allerdings auch die Zahlung der 110.000 Euro, die die Finanzprokuratur dem Folteropfer zugestanden hat. Für die Zahlung von Schmerzensgeld gibt es nämlich bis heute keinen gültigen Rechtstitel, genau so wenig wie für einen eventuellen Schadenersatz. Verdienstentgang kann es auch nicht sein, denn Herr Bakary J. hat in Österreich nie gearbeitet; nur in der Gefängnistischlerei. Wofür wurden also 110.000 Euro bezahlt? Das 1997 verhängte Aufenthaltsverbot dürfte immer noch gültig sein, aber Herr Bakary J. hat anscheinend nichts zu befürchten.Ein Verfolgungsdruck von Seiten der Justiz existiert nicht. Oder gibt es mittlerweile irgend einen Aufenthaltstitel, der ihm auch staatlichen Unterhalt sichert? Denn: Wovon lebt er sonst?

Es macht schon neugierig, welche einflussreiche Persönlichkeit seine schützende Hand über Herrrn Bakary J. hält. Irgendwelche NGO`s oder ein Staranwalt oder dessen Kollegin sind es nicht, das ist sicher. Sicher ist aber auch, dass der Herr nicht das Unschuldslamm ist, als das er präsentiert werden soll. Und sicher ist auch, dass einige Fakten an der Geschichte logisch nicht zu erklären sind.

Vom Drogendealer zum Opferlamm:

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