Irland hatte zumindest in der EU bis jetzt das strengste Abtreibungsverbot. Bis jetzt, denn jetzt gab es ein Abtreibungsreferendum, bei dem bei einer überdurchschnittlich hohen Beteiligung etwa 70 Prozent für „Ja“, also für eine Lockerung des Abtreibungsverbotes stimmten. Eine ORF- Reporterin berichtete schon ein paar Stunden nach der Abstimmung mit glänzenden Augen und fast stotternd vor Glückseligkeit, dass in Hinkunft irische Frauen legal abtreiben dürfen. Auch der irische Premierminister , der sich offen für ein Ende des Abtreibungsverbotes aussprach, sagte schon vor der Auszählung: „Es sieht so aus, als würden wir Geschichte schreiben“. Ja, sie haben Geschichte geschrieben; sie gehören jetzt zum Klub jener Staaten, in denen legal abgetrieben werden darf. Abgestimmt wurde, genau genommen, über einen Verfassungszusatz, nach dem ungeborene Kinder in ihrem Recht auf Leben genau so geschützt waren wie ihre Mütter. In ihrem Recht auf Leben. Damit war definiert, dass mit der Abtreibung Leben zerstört wird und wenn es jetzt auch in Irland heißt: „Frauen sollen selbst über ihren Körper bestimmen“, dann ist das eine Selbsttäuschung, eine Lüge. Frauen, die sich zu einer Abtreibung entschließen, bestimmen nicht über ihren eigenen Körper. Sie bestimmen über das Leben ihres ungeborenen Kindes. Das ist ab jetzt, wie in anderen Ländern schon lange, auch in Irland ganz legal möglich. Willkommen im Klub!

In Österreich gibt es, je nach Quelle, jährlich zwischen 20.000 und 50.000 Abtreibungen. Von der Politik wird dann gejammert über einen Rückgang der Bevölkerung und gefordert, diesen Rückgang mit Zuwanderung zumindest wett zu machen. Ist das nicht widersinnig?

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