Mit „schöner“ Regelmäßigkeit, Tendenz zunehmend, werden wir in den Medien über Starkregen, Überflutungen, Vermurungen und andere Wettererscheinungen informiert. Man bedauert die Betroffenen und geht wieder zum Tagesgeschäft über. Fachleute weisen auf die Gründe für diese lokalen Katastrophen hin, Personen aus der Chefetage von betroffenen Versicherungsunternehmen, aber auch von Handelsketten aus der Lebensmittelbranche zeigen Ursachen auf, warnen und fordern die Politik auf, Maßnahmen zu ergreifen. All diese Fachleute, Hinweisgeber und Warner müssen sich wie Rufer in der Wüste fühlen; bei den maßgeblichen Stellen und Personen verhallen ihre Appelle an die Vernunft ungehört. Oder sie werden zwar gehört, werden aber ignoriert. Bei diesen Appellen wird immer wieder darauf hingewiesen, dass der Klimawandel eine Tatsache ist und diese Tatsache aber nicht von heute auf morgen gestoppt oder rückgängig gemacht werden kann. Es kann aber viel gemacht werden, um die Folgen zu mildern und abzufedern. Dazu gehört aber nicht nur der Hochwasserschutz entlang der Flüsse und Bäche. Dazu gehört auch, Verbauung und Bodenversiegelung einzudämmen. Eine der folgenschwersten Sünden ist die Siedlungspolitik in Österreich. Der hemmungslose Bau „zu ebener Erde“ frisst irrsinnige Flächen im Gegensatz zum Bau in die Höhe oder bei verdichteter Bauweise wie z. B. bei Reihenhäusern. Es ist auch einleuchtend, dass, wenn die halbe Bodenfläche versiegelt, also abgedichtet ist, die andere Hälfte nicht die doppelte Wassermenge aufnehmen kann. Die logische Folge sind Sturzbäche, Überflutungen und Vermurungen in Wohngebieten. Es ist auch kein Naturgesetz, dass in Österreich in naher Zukunft 10 Millionen oder mehr Menschen leben müssen. Das ist ja nur ein folgenschweres Wunschdenken von Politik und Wirtschaft. Nicht mehr Menschen, mehr Konsumenten, vielleicht auch mehr Steuereinnnahmen, sondern mehr Verantwortungsbewusstsein denen gegenüber, deren langjährige Heimat gefährdet ist. In Österreich ist der Tourismus einer der stärksten Wirtschaftsbereiche und gerade der Tourismus wird mit einer mutwillig gestörten Umwelt geschädigt.

Statistisch gesehen werden in Österreich Tag für Tag 20 Hektar an Bodenfläche asphaltiert oder zubetoniert. Dabei wurde vor etwa 10 Jahren von der damaligen Regierung in einer Nachhaltigkeitsstudie ein Zielwert beim Bodenverbrauch von 2,5 Hektar pro Tag festgelegt. Was diese Strategie wert ist, sieht man ja; bei einer Überschreitung von sagenhaften 800 Prozent! Die Politik ist gefordert, in erster Linie die Bürgermeister. Die sind ja meist diejenigen, welche Umwidmungen in Bauland vornehmen. Sie sind somit auch mitverantwortlich für die zunehmenden regionalen wetterbedingten Katastrophen.

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