Bei der Silbereisen- Show am Samstag war als Stargast und Höhepunkt der Sendung der „Volks- Rock- „n“ – Roller“ Andreas Gabalier auf der Bühne und stellte auch einen Song seines neuen Albums vor. Wenn man einigen Medien glauben darf, hat er mit diesem Lied, „kleine heile steile Welt“, anscheinend in ein Wespennest gestochen. Wenn es wahr ist, gibt es einiges an Kritik zu dem Text. Ja, er steigt da einigen Guten und Toleranten auf die Zehen; schließlich macht er kein Hehl aus seiner Heimatverbundenheit, schwärmt von einem Schnitzel aus der Pfann´, bekennt sich zu einem Kreuz an der Wand usw. Alles Sachen, die von den Weltoffenen gar nicht so gern gehört werden. Da er auch über das „Holzscheitelknien“ als Strafe und Erziehungsmaßnahme singt, fällt die Empörung vielleicht wirklich etwas ausgeprägter aus. Er sagt aber auch, man muss es sich nicht zu sehr zu Herzen nehmen, auch für alle Kritiker, es ist ein Lied… Aber die Empörten sollen trotzdem bedenken, dass das in einer anderen Zeit passierte; heute wäre so was tatsächlich undenkbar. (Auch ich kann mich an das „Scheitelknien“ zurückerinnern; ohne Groll). Das gehörte damals irgendwie dazu. Und die ganz besonders Empörten möchte ich an ein Interview mit der im Jänner verstorbenen Erzieherin, Fluchthelferin und Menschenrechtsaktivistin Ute Bock erinnern. Zu ihrer Arbeit als Erzieherin in Heimen der Stadt Wien sagte sie: „… Das war nicht einfach. Es war sicher auch nicht alles in Ordnung, was ich gemacht hab. Ich hab auch Detschn (Ohrfeigen) ausgeteilt. Das war damals so üblich… Nicht nur in Heimen, sondern auch in den Familien. Schrecklich, aber es war so.“ Sie sagte, es war damals so üblich. Also, was soll dann die Empörung über Erziehungsmethoden vergangener Zeiten oder geht es nur darum, weil Gabalier es gesagt hat? Tatsache ist, dass sich Fans von Gabalier an dem Text nicht stoßen werden; im Gegenteil. Sie werden, sofern sie sich zurückerinnern, sagen: „Ja, so war es. Da hat er recht. Und er sagt es eben“. Gabalier ist geradlinig und das schätzen seine Fans.

Bei der erwähnten Sendung trat auch Rainhard Fendrich auf. Dem würden heute solche Texte nicht mehr über die Lippen kommen. Der hat ja schon vor längerer Zeit begonnen, sein Fähnlein nach dem Wind zu hängen und er vermeidet es auch, Textstellen zu singen, bei denen die politische Korrektheit nicht zweifelsfrei gewährleistet ist, wie beispielsweise bei „Strada del Sole“.

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