So wie Don Quijote, auch bekannt als der Ritter von der traurigen Gestalt, wie besessen gegen Windmühlen kämpfte, so besessen kämpft der luxemburgische Außenminister Asselborn gegen die Asylpläne von Österreichs Innenminister Kickl und anderen europäischen Politikern und Staaten. Bei diesen Plänen geht es z. B. darum, Flüchtlinge und abgelehnte Asylwerber in Aufnahmeeinrichtungen im EU- Ausland unterzubringen. Solche Ideen bringen ihn in Rage und das ist ihm dann auch anzusehen; er sagte dazu auch: „Ich werde mich mit aller Macht gegen diese Initiative stemmen und sie bis zum letzten Tropfen Blut bekämpfen“. Da auch die von ihm immer wieder geforderte verpflichtende Aufteilung von Flüchtlingen auf die EU- Staaten keine Chance auf Realisierung hat, wird er immer emotionaler und sagt voller Empörung: „… Das hat mit dem europäischen Solidaritätsgedanken nichts mehr zu tun… Lieber aber verliere ich die Wahl, als dass ich an einer solchen Aktion teilnehme“. Wer weiß; vielleicht wären die Luxemburger froh, ihn los zu sein. Selbstverständlich gibt es in der EU Politiker, die Asselborns Meinung teilen und dazu gehört auch der österreichische Bundespräsident, der keine neue Flüchtlingswelle auf Europa zukommen sieht und der Österreich liebend gern durch viel mehr Flüchtlinge bzw. Migranten bereichert sehen möchte. Aber auf der anderen Seite stehen Innenminister Kickl und Kanzler Kurz auch nicht alleine da. Gegen die Brüsseler Zuwanderungspolitik stellen sich neben Österreich und neuerdings auch Bayern die EU- Staaten Dänemark, Großbritannien, Italien, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn sowie die meisten Nicht- EU- Staaten am Balkan. Herr Asselborn sollte einmal darüber nachdenken, warum das wohl so ist und warum die Liste der zuwanderungskritischen Staaten länger wird.

Herr Asselborn ist ja schon des Öfteren durch unqualifizierte Äußerungen aufgefallen. Der Edeldemokrat, der unglaublich viel von den europäischen Werten hält, sagte z. B.: „Wenn man Europa kaputt machen will, dann braucht man nur mehr Referenden zu veranstalten“. Soll heißen: Abstimmungen verbieten. Man könnte auch eine andere Politik im Sinne der Bevölkerung machen. Er sagte auch: „Kanzler Kurz spricht die Sprache Donald Trumps… Wer so spricht, versteht das Einmaleins der EU nicht, den Grundgedanken der Solidarität“. Das war, weil Kurz sich weigerte, Flüchtlingsverweigerer unter den EU- Staaten wie z. B. Ungarn zu sanktionieren. Österreich hat übrigens im Jahr 2016 pro Million Einwohner etwa ein Drittel mehr Asylwerber aufgenommen als Luxemburg. Außerdem hat sich Luxemburg beim umstrittenen Umsiedlungsprogramm bis zuletzt geweigert, die Flüchtlingsquote zu erfüllen. Bis Anfang September 2017 war diese Quote erst zu 77 Prozent erfüllt. Und Luxemburg ist, das sollte nicht verdrängt werden, das Land mit dem höchsten Pro- Kopf- Einkommen in der EU und trotzdem EU- Nettoempfänger. Der reichste Schnorrer also.

Diese Punkte sollte Herr Asselborn bedenken, wenn er wieder einmal gegen Österreich maulen will. Und bezüglich Flüchtlingspolitik und offene Grenzen könnte für ihn sehr lehrreich sein, den Artikel „Die Vogel- Strauß- Politik“ von Dr. Wallentin zu lesen. Vorausgesetzt, er ist noch nicht völlig lernresistent.

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