Mit dieser kurzen Ankündigung wird das Oktoberfest in München auf der Wies´n eröffnet. Dieser Ausspruch hatte aber jahrelang noch eine ganz andere Bedeutung. Es kamen nämlich jetzt neue Berichte zutage, dass Österreich von 1999 bis 2006 vom deutschen Bundesnachrichtendienst (BND) ausspioniert wurde. Genau genommen sollen 20.000 Telefon-, Fax- und Mobilanschlüsse sowie E- Mail- Adressen in Österreich angezapft und ausspioniert worden sein. Angezapft wurde alles mögliche; von Ministerien, Firmen, internationalen Organisationen bis hin zu Waffenhändlern und Waffenproduzenten war alles im Fokus der „guten Nachbarn“. Ob die deutschen Schlapphüte nur ihrer angeblich eigentlichen Aufgabe, nämlich der Spionage mit dem Ziel der Gewährleistung der inneren Sicherheit nachgingen oder auch, weil es in einem Aufwaschen ging, auch Wirtschaftsspionage betrieben, ist noch nicht ganz klar. In solchen Kreisen und von solchen Leuten wird ja nur das zugegeben, was sich nicht mehr abstreiten lässt. Angezapft wurden übrigens Datenleitungen der Deutschen Telekom und abgesaugt wurde alles, was über diese Leitungen lief und die Telekom ließ sich per Vertrag mit den Schnüfflern für diesen gebotenen Service auch bezahlen. Illegale Beihilfe zur Spionage und Unterstützung des Geheimdienstes als Geschäftsmodell sozusagen. Dass diese vom deutschen BND gestohlenen Daten auch der US- Geheimdienst NSA bekam, nur so nebenbei.

Dass Österreich von den Deutschen und somit auch von den Amerikanern ausspioniert wurde, war schon 2015 bekannt. Damals wurde der Vertrag zwischen Telekom und BND publik gemacht und dieser Vertrag lag auch im Kanzleramt bei Merkel. Bei Merkel, die zwei Jahre vorher noch mit gespielter Empörung sagte: Ausspähen unter Freunden, das geht gar nicht“. Anlass für diese bühnenreife Inszenierung war das Auffliegen des Spionageprogramms des US- Geheimdienstes NSA, der auch Merkels Mobiltelefon abhörte. Geändert hat sich seither sicher nicht viel, die Spione werden weiter ihren Job gemacht haben. Sie werden höchstens ein bisschen vorsichtiger geworden sein. Was sich aber geändert hat, ist die Beweislage. In einer geleakten Datei des deutschen BND werden nämlich die 2.000 „Quellen“ aufgelistet und somit sind die Opfer des Datendiebstahls bekannt. In einer gemeinsamen Presskonferenz von Bundespräsident Van der Bellen und Kanzler Kurz sagte der Bundespräsident: „Ein Ausspähen unter befreundeten Staaten ist nicht akzeptabel…“ Fast wortgleich wie einst Merkel. Kurz sprach davon, dass das Ausmaß der Spionage „ein gewaltiges“ sei.

Die deutsche Kanzlerin wusste nachweislich von der Sache, da der Vertrag zwischen BND und Telekom bei ihr im Kanzleramt auflag. Ob österreichische Politiker auch Bescheid wussten, wird wahrscheinlich nie zweifelsfrei geklärt werden. genau so wenig wie die Mitwisserschaft oder gar Mittäterschaft der österreichischen Nachrichtendienste. Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass sie nichts wussten. Geheimdienste arbeiten üblicherweise über Grenzen hinweg eng zusammen.

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