Österreich übernimmt die EU- Ratspräsidentschaft. Die wird zwar weitergereicht wie ein Wanderpokal, alle sechs Monate ist ein anderes Land dran, aber Österreich sieht das als was ganz Besonderes und so wurde die Übernahme bzw. Übergabe auch zelebriert. Mit dem größten Konzert, das es je gab, wie stolz verkündet wurde. Etwa 1.000 Aktive waren dabei und die Übergabe der Präsidentschaft von Bulgarien an Österreich erfolgte hoch oben auf der Bergstation der Planai. Beim Konzert folgten viele bekannte und weniger bekannte Musiker dem Ruf der Politik (und natürlich auch dem des Geldes) und sagten für das Großereignis zu. PR ist immer gut. Es soll eine EU- Präsidentschaft werden, die allen in guter Erinnerung bleiben soll und dass das auch kostet, muss schon allen klar sein. Die geplanten Kosten von 42 Millionen wurden schon nach oben korrigiert, bevor es richtig los ging, jetzt wird schon von mehr als 90 Millionen gesprochen.

Das Thema der Präsidentschaft lautet: „Ein Europa, das schützt“. Plötzlich wird auch wieder betont, dass es Aufgabe der Politik ist, die Grenzen für ihre Menschen zu schützen. Diese Aufgabe, diese Pflicht der Politik(er) war ja schon fast in Vergessenheit geraten. Kanzler Kurz versteht sich aber auch als „Brückenbauer“; er möchte die Spannungen zwischen der EU und den USA, zwischen der EU und Russland sowie innerhalb der EU abbauen helfen. So nebenbei möchte Kurz auch noch die EU ein wenig reformieren und von einem notwendigen Sparprogramm überzeugen. Hoffentlich bleibt dann auch noch Zeit und Kraft über, um auch in Österreich neben den geplanten Reformen ein paar Probleme zusätzlich anzugehen. Wenn es schon heißt: „Ein Europa, das schützt“, dann könnte man doch erwarten, dass es auch heißt: „Ein Österreich, das geschützt gehört“. Zum Beispiel vor „Klein- Afghanistan“, vor „Klein- Tschetschenien“, vor „Klein- Nigeria“, vor „Klein- Marokko“ usw. Geschützt vor der negativen und gewalttätigen „Bereicherung“ eines Teils dieser und anderer Ethnien.

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