EU- Kommissionspräsident Juncker hat es in Brüssel beim NATO- Galadinner geschafft, US- Präsident Trump die Show zu stehlen, ihn zum Statisten zu degradieren. Im Mittelpunkt stand Juncker mit seinem Auftritt der etwas anderen Art. Er musste gestützt werden, torkelte, schaffte die Treppenstufen nicht. Auf den ersten Blick: Anzeichen fortgeschrittener Trunkenheit. Auf den zweiten Blick: Noch immer Anzeichen fortgeschrittener Trunkenheit. Diesen Eindruck dürften auch die anderen Teilnehmer des Gipfels gehabt haben, wie man aus ihrem Verhalten und ihrem Mienenspiel schließen konnte. Der FPÖ- Generalsekretär und EU- Abgeordnete Vilimsky dürfte ebenfalls diesen Eindruck gehabt haben, denn er meinte, es wäre „mehr als hilfreich“, wenn Juncker zurücktreten würde, weil er mit diesem Auftritt „die gesamte Europäische Union zur Lachnummer gemacht“ habe. Mit dieser Ansage hat der FPÖ- „General“ aber ganz kräftig in ein Wespennest gestochen. Der SPÖ- Europasprecher Leichtfried nennt die Forderung des FPÖ- Mannes eine „unglaubliche Entgleisung“, mit der er ein bis dato nicht bekanntes Niveau erreichte und meinte, so jemand darf nicht länger in seiner Position bleiben. Er konnte es sich auch nicht verkneifen, auf die „Champagner- Affäre“ der ENF- Fraktion im Europaparlament zu verweisen, in der die FPÖ Mitglied ist. Der ÖVP- Delegationsleiter im Europaparlament, Karas, hat sich ebenfalls empört zu Wort gemeldet. Er sagte, die Rücktrittsforderung an Juncker sei „einer Regierungspartei unwürdig“ und fordert eine Entschuldigung Vilimskys bei Juncker oder es muss Konsequenzen geben. Auch der österreichische EU- Kommissar Hahn brachte seine Empörung über Vilimskys Äußerungen zum Ausdruck und meinte, die seien ein „inakzeptabler Verstoß gegen einen respektvollen Umgang mit Menschen“.

Auf deutschen Webseiten wird aber auch zum Angriff auf Juncker geblasen. Da heißt es z. B.: „Juncker völlig betrunken bei Trump – Europas Schande“. Die deutschen Mainstream- Medien hingegen verschweigen großteils den Auftritt der etwas anderen Art. Ein Sprecher Junckers verwies auf schon längere Ischias- Probleme Junckers, sagte, er hätte einen „akuten Krampf“ gehabt und wies Spekulationen über ein Alkoholproblem zurück. Ein deutsches Massenblatt schreibt trotzdem von einer „mysteriösen Krankheit“.

In Wien gibt es das „Anton- Proksch- Institut“, das ist Europas größte Suchtklinik. Dieses Institut ist umgangssprachlich allgemein als „Kalksburg“ bekannt, in dem hauptsächlich Alkoholkranke behandelt werden. Wenn alle Leute so auftreten, wie Juncker eben jetzt beim NATO- Gipfel und diese Art des Auftretens auf Rückenschmerzen und Probleme mit dem Ischiasnerv zurückzuführen ist, dann wurden in Kalksburg meiner Meinung nach bis jetzt nur Menschen mit Rückenschmerzen und Problemen mit dem Ischiasnerv behandelt.

„Akuter Krampf“:

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