In Großbritannien gab es den „Fall Skripal“; ein ehemaliger russischer Doppelspion und seine Tochter wurden in Salisbury mit einer schweren Vergiftung ins Spital eingeliefert. Es stellte sich heraus, dass die Vergiftung durch Nowitschok erfolgte. Das ist angeblich eines der gefährlichsten Gifte, die es unter den chemischen militärischen Kampfstoffen gibt. So gesehen hatten Skripal und seine Tochter unglaubliches Glück, dass sie den Anschlag überlebten und nach wochenlangem Krankenhausaufenthalt angeblich wieder gesund sind. „Angeblich“ deshalb, weil die britischen Behörden die beiden Giftopfer „in Sicherheit brachten“ und diese bisher zur Giftattacke und zu ihrem Gesundheitszustand nichts sagen konnten. Die Briten beschuldigten jedenfalls die Russen, die Giftattacke ausgeführt zu haben und lösten dadurch eine diplomatische Krise aus. Beweise für ihre Anschuldigungen blieben sie bisher aber schuldig.

Dann gab es den nächsten Vergiftungsfall, nicht weit weg von Salisbury, wo die Skripals vergiftet wurden und es stellte sich heraus, dass wieder Nowitschok im Spiel war. Dieses Mal waren die Opfer ein Paar aus der Obdachlosenszene, wie es in den ersten Berichten zu dem Fall hieß. Dieses Mal war es aber schlimmer, denn die Frau ist an den Folgen der Vergiftung verstorben. Bei den Untersuchungen stellte die Polizei im Haus des vergifteten Mannes (hieß es nicht vorher, der Mann wäre ein Obdachloser?) ein Fläschchen mit Nowitschok sicher. Jene hochgiftige militärische chemiewaffe, mit der die Skripals vergiftet wurden und mit der sich die beiden Personen angeblich selbst vergiftet hatten.

Da passt nichts zusammen. Ein angeblicher obdachloses Paar hat in dem Haus, in dem es lebt, ein Fläschchen mit einem der weltweit gefährlichsten militärischen Kampfstoffe. Ein Kampfstoff, von dem bis zum „Fall Skripal“ kaum jemand wusste, dass es das Zeug gibt und welches nur wenige Länder in ihren militärischen Labors haben. Diese Leute vergiften sich dann noch selbst, wobei die Frau stirbt. Soll da vielleicht eine falsche Spur gelegt werden, wurde dem Paar das Gift untergejubelt? Wenn nein; wie kommt ein obdachloses Paar an eines der seltensten und bestbewachten Gifte? Wenn dem Paar bewusst war, was in der Flasche war bzw. ist; wofür brauchten sie es und waren die Beiden dann tatsächlich so naiv und sorglos, sich selbst zu vergiften? Die nächste Stufe in dem Krimi wäre, wenn es jetzt plötzlich heißen würde, die Beiden hätten das Gift von den Russen bekommen mit dem Auftrag, die Skripals oder zumindest den ehemaligen Doppelspion damit zu vergiften. Mich würde diese denkbare Variante jedenfalls nicht (mehr) wundern.

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