In allen möglichen Bereichen der Berufswelt werden immer höhere Qualifikationen gefordert. Für Kindergärtnerinnen, nur so als Beispiel angeführt, wurde schon ernsthaft eine akademische Ausbildung gefordert. Kindergärtnerin bzw. Kinderpädagogin ist ohne Zweifel ein verantwortungsvoller Beruf, aber muss wirklich ein Hochschulstudium Voraussetzung für diesen Beruf sein, kommt da nicht Berufung und Liebe zu den Kindern ein wenig zu kurz? Auch im Pflegebereich war schon Ähnliches zu vernehmen; akademischer Grad muss her. Eine neue Studienrichtung vielleicht. Ein Masterstudium Altenpflege gibt es ja schon, das ist aber gedacht für die Ausbildung von Pflegepersonal. Nein, das ist es aber nicht, gefordert wurde ein Bachelor oder ähnlicher Abschluss für das Pflegepersonal. Ob man solche Forderungen noch als seriös bezeichnen kann, sei dahingestellt. Zumindest ab dem Zeitpunkt, wenn von anderer Stelle vorgeschlagen wird, Zuwanderer verstärkt in den Pflegebereich einzubringen. Zuwanderer, von denen nachweislich viele als Analphabeten zu uns kommen. Auch ein gewöhnlicher Mechaniker oder Elektriker hat schon lange ausgedient. Das ist doch längst ein Fahrzeug- oder Elektrotechniker und Lehre ohne Matura geht ja angeblich auch fast nicht mehr.Ja, es wurde schon jahrelang der Eindruck erweckt, dass nur eine akademische Ausbildung was bringen würde. Das trug Früchte; Lehrberufe wurden von jungen Leuten zunehmend gemieden.

Jetzt dürfte aber die Spitze dieses Trends erreicht sein. Handwerksbetriebe suchen händeringend nach Lehrlingen. Handwerksvertretungen und Politik versuchen, die Lehre wieder attraktiv darzustellen und bewirbt sie mit Slogans wie: „Karriere mit Lehre“. In Deutschland ist die Situation anscheinend noch schlimmer als hierzulande. Dort bekritteln die Vertreter des Deutschen Handwerks, dass die Nachwuchsarbeit der Handwerker in den vergangenen Jahren ein stetiges Anrennen gegen den Vorwurf von OECD und Politik war, dass der Akademisierungsgrad in Deutschland zu niedrig sei. Sie sprachen schon von einem Akademisierungswahn.

Was sind aber die Gründe, dass trotz Lehrlingsmangel relativ viele junge Leute keine passende Lehrstelle finden, sich bei Bewerbungsgesprächen nur Absagen einhandeln? Wollen die in Frage kommenden Betriebe nur angehende Lehrlinge mit Vorzugszeugnissen oder gar Matura oder fehlen den Bewerbern die schulischen Grundvoraussetzungen; können sie kaum rechnen, schreiben, lesen? Sind sie dermaßen demotiviert und desinteressiert, dass sich kein Betrieb findet, der sie aufnimmt? Die Gründe müssen jedenfalls hinterfragt werden, wobei die schulischen „Erfolge“ bei PISA- Tests schon alle Zuständigen aufgeschreckt haben müssten. Viele Optimisten im Land sahen die Lösung des Problems der fehlenden Fachkräfte in der Zuwanderung. Da hieß es doch vor ein paar Jahren noch, die vielen Flüchtlinge, die zu uns kommen, seien überdurchschnittlich gebildet und auch der jetzige Kanzler Kurz vertrat die Meinung, dass die Zuwanderer im Durchschnitt gebildeter seien als die Österreicher. Diese Hoffnung ist wie eine Seifenblase geplatzt, die Realität des Bildungsniveaus Zugewanderter ist ernüchternd, der Anteil an Analphabeten ist erschreckend hoch. Darauf ist auch der Internationale Währungsfonds vor ein paar Wochen in seinem Bericht über die wirtschaftliche Lage Österreichs eingegangen. Der schätzt die Lage nicht schlecht ein, warnt aber vor zunehmender Arbeitslosigkeit durch Zuwanderer. Da heißt es z. B.: „Fremde Staatsbürger – ein wachsender Anteil an den Arbeitskräften – haben vielfach ein geringeres Niveau in schulischer und fachlicher Bildung als Österreicher, aber auch bei gleichem Ausbildungsniveau sind ihre Arbeitslosenraten höher….“ Aus der Traum von den gut ausgebildeten Massen aus dem Orient, amtlich bestätigt vom IWF. Was jetzt? Gezielt gut ausgebildete Leute aus anderen Ländern, z. B. Balkan, Osteuropa, Ukraine etc. abwerben und diesen Ländern somit das Problem des Fachkräftemangels in die Hand drücken und/oder das Ausbildungsniveau bei uns kräftig absenken? Noch mehr auf Technik setzen, noch mehr Maschinen statt Menschen a la Industrie 4.0? Oder zur Kenntnis nehmen, dass es immerwährendes Wirtschaftswachstum sowieso nicht gibt und das Wachstum einbremsen; dann dürfte aber auch die Bevölkerung nicht mehr wachsen. Das hätte auch den großen Vorteil, dass die Belastung für Natur und Umwelt zurückgehen würde. Die nachfolgenden Generationen würden uns dafür dankbar sein.

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