Seit Tagen wird in Talk- Shows, Zeitungsartikeln und auf sozialen Medien darüber pro und kontra diskutiert, herumgeeiert, klug geschwätzt, belehrend aufgelistet usw., ob man mit 150 Euro im Monat ohne Wohnungskosten leben kann. Ohne dass detailliert gesagt wird, ob die Wohnungskosten in dem beispielhaften Fall nur die Miete betreffen oder auch z. B. Wasser, Strom Heizung, Kanal etc. gehen die Wogen hoch, brennen bei einigen Leuten fast die Sicherungen durch und wird die zuständige Ministerin und gleich die ganze Regierung dazu unflätig beschimpft. Tatsächliche oder auch selbsternannte Fachleute listen vor der Kamera medienwirksam die anfallenden Kosten pro Monat auf, vergessen die bei minimalem Einkommen zustehenden Befreiungen wie z. B. von der Rezeptgebühr, zählen zusammen und kommen, oh Wunder, auf einen Betrag irgendwo um die 800 oder 900 Euro. Eh klar; sie müssen sich auf dem Niveau der Mindestsicherung oder des sogenannten Existenzminimums bewegen. Sie können doch nicht einen Betrag errechnen, der sich in Richtung der berühmten 150 Euro bewegt und der verhassten Regierung somit den Beweis liefern, dass man mit weniger Geld als dem errechneten auch leben kann.

Dass diese Vorgangsweise grundsätzlich falsch ist, wissen die großteils linken Empörten und Schreihälse wahrscheinlich oder auch nicht. Ohne jetzt der Ministerin die Stange zu halten: Normalerweise bleibt den Menschen auch in Notlagen nichts anderes übrig, als sich nach der Decke zu strecken soll heißen den Lebensablauf an das verfügbare Geld anzupassen. Es kann doch nicht sein, dass man zuerst eine Rechnung aufmacht und dann fordert, wieviel Geld man braucht und somit zu kriegen hat. Das funktioniert zumindest bei Einheimischen nicht oder wenn schon, dann äußerst selten.

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Übrigens; ich habe da vor ein paar Tagen zu einer Strafsache mit einem Dönermesser, bei der es um die Frage ging, ob es ein Mordversuch oder eine absichtlich schwere Körperverletzung war, einen sehr tiefsinnigen Kommentar gelesen: „Justiz sorgt nicht mehr für Gerechtigkeit, Politiker nicht mehr für Lösungen, Polizei nicht mehr für Sicherheit. Das Ende ist strategisch geplant. Wer da an eine aneinandergereihte Folge von Zufällen glaubt, der glaubt auch an das Christkind“.

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