Das Innenministerium in Wien hat die Kriminalitätsstatistik für das 1. Halbjahr 2018 veröffentlicht und es gibt nur Grund zum Jubeln. Die Anzahl der angezeigten Fälle ging doch gegenüber dem 1. Halbjahr 2017 glatt um 10 Prozent zurück; das ist doch super. Da möchte man doch meinen, Österreich wird wieder sicher. Allerdings, und das wird so manchen Leuten gar nicht schmecken, beträgt der Anteil der festgenommenen tatverdächtigen Ausländer mittlerweile schon über 40 Prozent, in Wien sogar über 51 Prozent. Der festgenommenen Tatverdächtigen. Aber festgenommen werden sie selten. Aber Wien war schon immer anders. Rückläufig sind laut Statistik Wirtschafts- und Gewaltdelikte, sogar stark rückläufig laut Statistik sind Wohnungs- und Hauseinbrüche sowie KFZ- Diebstähle. Zu den Gewaltdelikten muss man allerdings sagen (das sagt die Statistik nicht), was früher eine kräftige Ohrfeige oder die Faust aufs Auge oder die Nase war, das ist heutzutage leider häufig das Messer zwischen die Rippen oder in den Bauch und auch die Zahl der sogenannten Tötungsdelikte nahm leicht zu. Allerdings stieg die Zahl dieser Delikte in Wien von 7 auf 17, also um mehr als 140 Prozent. Eines irritiert in der Statistik aber ganz gewaltig: Unter den kriminellen Asylwerber- Nationen liegt Afghanistan an 1. Stelle, angestiegen um knapp 6 Prozent auf über 3.000 Straftaten. An 9. Stelle liegt, um fast 1.560 Prozent auf 365 Straftaten angestiegen aber keine Nation, sondern da heißt es „Ungeklärt“. Wie ist es möglich, dass man von diesen Straftätern nicht einmal die Nationalität kennt? Und Sexualdelikte scheinen in der veröffentlichten Statistik gar nicht auf. gibt es die nicht mehr oder sind die irgendwo versteckt?
Die Statistik beruht auf angezeigten Fällen. Da aber z. B. bei Fahrraddiebstählen, und es werden unglaublich viele Fahrräder oder auch Teile von Fahrrädern gestohlen, die Aufklärungsquote bei einem kaum wahrnehmbaren Prozentsatz liegt, werden viele dieser Diebstähle wegen Aussichtslosigkeit gar nicht mehr zur Anzeige gebracht. Die betroffenen sparen sich dadurch Zeit und Ärger. Für die Statistik wiederum ist es ein Glücksfall, wenn eventuell tausende Straftaten nirgends aufscheinen. Und bei Ladendiebstählen ist es das gleiche Spiel. In vielen Geschäften beobachtet das Personal z. B. über montierte Spiegel, wie von einer ganzen Clique gleichzeitig ins Geschäft stürmender junger Leute ein paar einige Artikel einfach einstecken und grinsend an der Kasse vorbei gehen, ohne zu bezahlen. Wozu eine Anzeige erstatten, sagt das Personal. Bei einer Anzeige ist das Personal blockiert, die Täter sind sowieso weg und Aufklärung ist gleich null. Also gibt es in diesem Bereich der Kleinkriminalität ebenfalls tausende, wahrscheinlich zehntausende zwar passierte, aber nicht angezeigte Fälle. Zum Vorteil der Statistik.
Apropos Statistik: Anfang Mai wurde in Deutschland die offizielle Polizeiliche Kriminalitätsstatistik für 2017 von Bundesinnenminister Seehofer vorgestellt. Auch in Deutschland gingen die Straftaten zurück auf etwa 5,76 Millionen. Zu diesen Zahlen sagte der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter: „Die tatsächlichen Fallzahlen liegen weit über den in 2017 registrierten Straftaten. Die Wissenschaft geht aufgrund von Erkenntnissen aus der Dunkelfeldforschung und Hochrechnungen von jährlich mindestens 20 bis 25 Millionen Straftaten in Deutschland aus“. Also etwa 3,5 bis 4,5 mal so viel. Außerdem seien die Kriminalstatistiken verschiedener Jahre kaum vergleichbar. Es habe nämlich laut einer schriftlichen Anfrage eines Berliner Abgeordneten allein in den letzten 10 Jahren 245 Änderungen an Begriffen und Definitionen in den „Richtlinien für die Führung der Polizeilichen Kriminalstatistik“ des Bundeskriminalamtes gegeben, wie in einem deutschen Magazin nachzulesen ist. Und genau diese Änderungen sind wahrscheinlich der Grund für den Rückgang der Straftaten.
In Österreich läuft es genau so ab.

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