Dem Ex- Kanzler und SPÖ- Chef Christian Kern bleibt auch nichts erspart. Vor noch gar nicht so langer Zeit wurde er zum Kanzler gekürt, als Basisrote und Parteigenossen den angeblich so erfolgreichen Vorgänger Faymann ausgepfiffen und regelrecht weggeputscht haben. Mit seiner Ernennung zum Kanzler im Mai 2016 begannen aber auch seine Probleme. Das von ihm initiierte Online- Voting zum CETA- Freihandelsabkommen ergab eine 88- prozentige Ablehnung, Kern pfiff aber auf die Meinung der Genossen und unterschrieb den Pakt trotzdem. Das kam nicht besonders gut an. Dann kam sein groß angekündigtes Grundsatzprogramm, der „Plan A“ mit der Bemerkung, dass 95 Prozent der Politik nur Inszenierung sei und dann ging es eigentlich schon in den Wahlkampf für die Nationalratswahl. Dieser Wahlkampf wurde zum politischen Waterloo für Kern. Da war einmal sein „Vollholler“- Sager in Richtung Kurz bezüglich dessen Forderung nach einer Schließung der Mittelmeer- Route. Da war Kern als „Pizzamann“ unterwegs. Da wurden Raufereien oder zumindest Rangeleien aus seinem Wahlkampfteam bekannt und der Kampagnenleiter trat zurück. Da gab es den schmutzigsten Wahlkampf unter der Bezeichnung „Dirty Campaigning“ mit dem später in Israel verhafteten Wahlkampfberater Tal Silberstein und den Rücktritt des SPÖ- Bundesgeschäftsführers. Zu der Zeit kam dann auch Kerns Sohn Niko ins Spiel. Der attackierte die ÖVP, um den Roten und somit seinem Vater zu helfen. Das ging daneben, plötzlich war nur mehr die Rede von der angeblich geliehenen 32.000 Euro- Uhr des Niko Kern. Dann war im Oktober 2017 die NR- Wahl und Kanzler Kern war plötzlich Ex- Kanzler. Er war der Kanzler mit der kürzesten Amtszeit der 2. Republik. In der Opposition findet er sich, so hat man den Eindruck, bis heute nicht zurecht. Jetzt, so scheint es, haben die Genossen aber die Schnauze voll und es beginnt eine Obmanndebatte. Die Genossen fürchten anscheinend, mit Kern als Chef auf der Oppositionsbank picken zu bleiben. Und wieder meldet sich Niko Kern und schießt sich auf einen der möglichen Gegenspieler von SPÖ- Chef Kern, auf Ex- Verteidigungsminister Doskozil, ein. Ob er seinem Vater damit eine Hilfe war oder ob er ihm damit einen Bärendienst erwiesen hat, sei dahingestellt. Kern hat es jedenfalls geschafft, die SPÖ zu spalten und der Grund ist der von ihm eingeschlagene grün- linke Kurs. Die Zeichen in der SPÖ stehen jedenfalls auf Sturm, es könnte ihm das Schicksal seines Kanzler- Vorgängers Faymann blühen. Vielleicht findet sich dann wenigstens wieder ein gut bezahlter Job für ihn.

Vor langer Zeit gab es einen Dauerbrenner in den Hitparaden, der Titel war „Mein Gott, Walter“ und eine Textzeile lautete: „… und wenn er mal was machte, machte er´s meist verkehrt…“ Ist das nicht dem Ex- Kanzler fast auf den Leib geschrieben?

Advertisements