Glyphosat steht seit Jahren im Verdacht, beim Menschen krebserregend zu sein und von vielen Stellen wird das auch behauptet und mit Studien belegt, die das angeblich eindeutig beweisen sollen. Glyphosat, das vermutlich gewinnbringendste Produkt des global agierenden Chemie- und Saatgutkonzerns Monsanto. Der Vorwurf, dass Produkte des Konzerns Krebs verursachen, wird Monsanto ja schon seit Jahrzehnten gemacht und schon 2001 gab es in Anniston, Alabama eine Sammelklage mit mehreren tausend Klägern gegen Monsanto. Der Konzern verlor und musste 700 Millionen Dollar als Entschädigung zahlen. Da ging es aber noch nicht um Glyphosat bzw. Roundup, sondern um PCB´s. Viele Menschen in dieser Stadt waren an Krebs gestorben, viele Menschen hatten spastische Störungen des Nerven- und Muskelsystems. Ein Bewohner der Stadt sagte damals: „… Monsanto hat aus Anniston eine Geisterstadt gemacht“. Monsanto wurde immer größer, immer mächtiger, immer einflussreicher. Mit genmanipuliertem Saatgut, den dazugehörigen Pestiziden – und dazu gehört Roundup – mit intensivem Lobbying und vielleicht auch noch mit anderen Methoden erobert der Konzern die Märkte. In Südamerika z. B. hat Monsanto ein Monopol bei Sojabohnen und Mais, aber auch anderswo, z. B. in Indien, hat sich der Konzern festgekrallt. In der EU wurde ja auch erst im vergangenen Jahr die Zulassung für Glyphosat verlängert, obwohl sich viele Organisationen mit Millionen von Unterschriften dagegen ausgesprochen haben und obwohl die Vorwürfe, das Zeug sei krebserregend, immer konkreter wurden.

Jetzt hat ein deutscher Chemiekonzern den US- Giganten Monsanto um kolportierte 63 Milliarden Dollar gekauft, will den Namen „Monsanto“ aber nicht mehr verwenden. Immerhin ist es eines der weltweit umstrittensten Unternehmen, denn die Produktpalette hat(te) es in sich. Es produzierte DDT, es produzierte PCB´s, es produzierte für den Vietnam- Krieg „Agent Orange“. DDT und PCB´s wurden als krebserregend eingestuft und fast weltweit verboten und die Vietnamesen leiden heute noch unter den Spätfolgen von Agent Orange. Seit den 70er Jahren macht das Unternehmen traumhafte Geschäfte mit Glyphosat bzw. Roundup. Und mit Roundup und nach dem Kauf von Monsanto durch Bayer kommt, so scheint es, die Wende. Plötzlich wird einem an Krebs erkrankten Kläger in den USA ein Schmerzensgeld von 289 Millionen Dollar zugesprochen, allerdings noch nicht rechtskräftig. Plötzlich werden von einem US-Bundesrichter weitere mehr als 400 Klagen wegen Krebserkrankungen gegen den jetzt deutschen Konzern zugelassen und man kann sogar von etwa 5.000 ähnlich gelagerten Klagen alleine in den USA lesen. Plötzlich gibt es in Brasilien ein vorläufiges Verbot von Glyphosat. Das alles war anscheinend nicht möglich, als Monsanto noch ein US- Unternehmen war. Zufall ist das kaum.

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Es gibt da übrigens ein, mittlerweile schon 10 Jahre altes, sehr interessantes Buch über Monsanto mit dem Titel: „Mit Gift und Genen“.

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