Seit bestätigt wurde, dass bei der Hochzeit von Außenministerin Kneissl ein besonderer Überraschungsgast dabei ist, ist der Teufel los. Der Überraschungsgast ist nämlich der russische Präsident Putin, der auf dem Weg zu seinem Treffen mit der deutschen Kanzlerin Merkel bei Kneissls Hochzeit in den südsteirischen Weinbergen vorbeischaut. Der ursprünglich private Besuch wurde jetzt zu einem Arbeitstreffen oder Arbeitsessen umbenannt. Ändert aber nichts daran, dass in Zeitungskolumnen trotzdem die vorsichtige Frage gestellt wird, ob das eh keine Nachteile für Österreich bringen kann; Österreich hat ja momentan die EU- Ratspräsidentschaft inne.Dass dieser Besuch eventuell auch Vorteile für Österreich bringen könnte, darüber traut sich anscheinend niemand nachzudenken. Am meisten toben und schäumen wegen dieses Besuches österreichische Parlamentarier in Brüssel. Auch die EU- Kommission wird nicht begeistert sein, obwohl aus der Ecke noch nichts zu hören ist. Unter den österreichischen EU- Parlamentariern gibt sich der ÖVP- Abgeordnete Karas nach außen noch ziemlich ruhig. Er meint zu Putin als Hochzeitsgast nur: „Mir ist die Logik und die Absicht, ein so persönliches Fest auf diese Art und Weise politisch zu inszenieren und missbrauchbar zu machen, verschlossen…“ Möglicherweise blieb Herrn Karas aber schon mehr verschlossen. Zum Beispiel, dass die schwarz- blaue Regierungsspitze auch dabei ist. Verbal ausgetobt wegen des Hochzeitsgastes hat sich hingegen der grüne EU- Abgeordnete Raimon. Der FPÖ- Hasser fordert den sofortigen Rücktritt der Außenministerin und er nimmt auch gleich Kanzler Kurz in die Pflicht. Sollte die Außenministerin nämlich seiner Forderung nicht nachkommen, dann müsste sie, so meint zumindest Raimon, der Kanzler dem Bundespräsidenten „noch heute“ zur Entlassung vorschlagen. Eh klar; dem Bundespräsidenten mit grünen Wurzeln. In dieser Sache zeigt Raimon sein wahres Gesicht, hat er die Maske abgelegt. Da kommt die Abneigung und der Hass gegen die schwarz- blaue Regierung zum Ausdruck und im verbalen Angriff gegen Putin gibt es überhaupt keine Hemmungen mehr.

Ist schon komisch. Hätte Kneissl den US- Präsidenten eingeladen und der hätte zugesagt, wären Viele empört gewesen. Jetzt kommt der russische Präsident und die Empörung ist groß. Es ist wirklich nicht einfach, eine akzeptable Gästeliste zu erstellen. Hätte sie vielleicht den Grünen Raimon einladen sollen? Der hätte sich wahrscheinlich über die Einladung empört.

Ein orientalisches Sprichwort sagt: „Die Hunde bellen, die Karawane zieht weiter“.

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