Viele Gegner der schwarz- blauen Regierung schreien jetzt laut auf wegen der „Unverschämtheit“ der Außenministerin Kneissl, dass sie zu ihrer Hochzeit den russischen Präsidenten einlud und der – eine „Frechheit“ – diese Einladung sogar annahm und eine gute Stunde bei der Hochzeitsfeier dabei war; inklusive Tänzchen mit der Braut. Das Geschrei ist jetzt nicht nur deswegen, weil die Gegner, die ja wegen der Einladung Putins sogar den sofortigen Rücktritt der Ministerin oder, falls sie nicht zurücktreten will, ihren Hinauswurf aus der Regierung durch den Bundespräsidenten fordern. Das Geschrei ist auch wegen der Kosten, die der Steuerzahler durch den Putin- Besuch eventuell übernehmen muss und wegen des Ansehen Österreichs in der Welt, welches durch den Putin- Besuch angeblich schwer gelitten hat. Kosten fallen allerdings für die Allgemeinheit ohnehin an, weil ja auch Regierungsmitglieder bis hin zu Kanzler und Vizekanzler als Hochzeitsgäste dabei waren und somit Personenschutz etc. anfiel. Die „Krone“ schätzt jedenfalls die Kosten, die die öffentliche Hand zu tragen hat, auf insgesamt etwa 400.000 Euro. Die Russen sagten übrigens, dass sie ihre Kosten selbst tragen und ehe ich es vergesse: Es waren auch andere hochrangige internationale Persönlichkeiten wie z. B. der OPEC- Chef bei der Hochzeit dabei und auch für deren Sicherheit musste gesorgt werden. Darüber gibt es aber keinen Grund zum Schreien.

Im Juni 2015 wurde in Telfs in Tirol das sogenannte „Bilderberger- Treffen“ abgehalten. Von den etwa 130 Teilnehmern waren überraschender Weise sogar neun Österreicher dabei, darunter Bundespräsident Heinz Fischer und Ex- Kanzler Gusenbauer. Bei diesem Treffen wird immer betont, dass es sich da um ein „rein privates Treffen“ handelt. Das betonte auch Herr Rudolf Scholten als einer der österreichischen Teilnehmer, als er bei Herrn Wolf im ZIB 2- Studio war und das betonte auch Faymann, als er als Kanzler einmal dabei war und in einer parlamentarischen Anfrage nach Details dazu befragt wurde. Bei diesem „rein privaten Treffen“ im Juni 2015 in Tirol beliefen sich die Kosten, die der österreichische Steuerzahler übernehmen musste, auf mehrere Millionen Euro. Da gab es unverständlicher Weise keinen Aufschrei. Und ein paar Tage vor dem Bilderberger- Treffen in Tirol gab es ein paar Kilometer weiter, im bayerischen Schloss Elmau, den G 7- Gipfel. Bei diesem politischen Treffen war Österreich nicht dabei, aber es „durfte“ sich an den Sicherheitsvorkehrungen beteiligen. Die gesamte österreichische Luftwaffe inklusive Flugüberwachung war mit eingebunden, neben Militär und Polizei. Von den anfallenden Kosten sprach niemand.

Advertisements