Vor einem knappen Jahr hat ein Afghane in Wien seine jüngere Schwester mit einem Messer ermordet. Weil sie die Familienehre beschmutzt hat, wie der Mörder sagt. Seit 2013 lebten der Mörder und seine Familie in Österreich, aber sie lebten weiterhin nach den traditionellen afghanischen Regeln, da war kein Platz für westliche Werte. Und bei dem Prozess fielen jetzt zwei Dinge auf: Da gab es einmal einen Richter, der den Täter für den Mord zur Höchststrafe verurteilte und zudem das Lügenmärchen vom jugendlichen Täter nicht glaubte, sondern die Feststellung des Sachverständigen über das wahre Alter außer Zweifel stellte. Leider ist das Urteil noch nicht rechtskräftig. Und dann gab es da den Verteidiger, der bekannt dafür ist, fast nur kriminell bis schwer kriminell gewordene Flüchtlinge bzw. Asylwerber zu verteidigen. Der „selbstverständlich“ das Gutachten über das wahre Alter des Mörders nicht akzeptierte, ihn als jugendlichen Täter präsentieren wollte; wegen des niedrigeren Strafrahmens. Der „selbstverständlich“ gegen das Urteil berief. Der auch sagte: „Es ist in Wahrheit egal, ob er 20, 21 oder 22 ist, er ist ein junger Bua“. Ein junger Bua, dessen jüngere Schwester es nach afghanischer Vorstellung an Respekt mangeln ließ und die er deswegen ermordete. Ein junger Bua, der zwar ihren Tod bedauert, zugleich aber meint, es sei „gut, dass sie tot ist, weil sie die Ehre der Familie beschmutzt hat“. Und dafür strengt sich der Verteidiger mit allen Tricks an, die Strafe so gering wie möglich ausfallen zu lassen. Nachdem Opferschutz für das Mädchen zu spät kommt, versucht er es mit Täterschutz. Funktioniert ja häufig ganz gut. (Sah man beim Vergewaltigungsprozess in Tulln) Dafür hätte der Täter eben jugendlich sein müssen. Das fiktive Geburtsdatum 1. Jänner 1999 wurde aber vom Sachverständigen zweifelsfrei widerlegt. Das ist ja so eine Sache mit dem 1. Jänner als Geburtsdatum. Da sind Gleichaltrige dieser an dem Tag Geborenen meist schon so alt, dass sie längst lesen und schreiben können. In dem Fall war übrigens auch die ermordete junge Frau um einige Jahre älter als angegeben.

Die Eltern haben jetzt eine ermordete Tochter, die wegen der Familienehre ermordet werden „musste“. Und sie haben einen Sohn, der die Tochter, seine Schwester, mit 28 Messerstichen umbrachte. Und diesen Sohn, den Mörder, werden sie womöglich noch ehren, weil er die Familienehre wiederhergestellt hat. Genau genommen gehören die Eltern auch vor Gericht, weil sie ihre archaische Lebenseinstellung bei uns weitergelebt haben und ihren (erwachsenen) Sohn auch zu dieser Einstellung erzogen haben; das Mädchen versuchte ja vergeblich, diesem Umfeld zu entfliehen. Und so nebenbei gehörten die Eltern auch deswegen vor Gericht, weil sie den Staat jahrelang mit den falschen Geburtsdaten betrogen haben. Dieser Altersbetrug ist aber alles andere als ein Einzelfall; da gibt es hunderte oder gar tausende Fälle, in denen der Staat für „Kinder“ zahlt, die aber längst Erwachsene sind.

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