Die EU- Kommission ist ja hinlänglich bekannt für diverse Verbote, Gebote und Verordnungen. Die, obwohl teils unsinnig oder hinterfragungswürdig, von den EU- Mitgliedsstaaten mehr oder weniger widerspruchslos hingenommen werden. Zu den letzten geistigen Ergüssen dieser Art gehört die sogenannte „Pommes- Verordnung“, von welcher der Bräunungsgrad frittierter oder gebackener Speisen, aber auch z. B. Kaffeebohnen betroffen sind. Ein anderes Beispiel ist das geplante Verbot von Plastik- Strohhalmen, Wattestäbchen, Plastikbesteck etc. Es geht da um zehn Einwegprodukte, die angeblich 70 Prozent aller Abfälle in den Meeren dieser Welt verursachen. Das wäre eine gute Idee, aber das ist zum einen mit zehn Produkten zu wenig und zum anderen erst ein Vorschlag und bis der als Gesetz umgesetzt werden muss, landet noch viel Plastik in den Meeren. (Zu diesem Problem könnte sich übrigens die UNO weltweit stark machen; immerhin sind so gut wie alle Staaten der Welt UNO- Mitglieder) Dass die EU bei der „Pommes- Verordnung“ schnell war und dass beim geplanten Plastik- Verbot nichts weitergeht, ist eigentlich leicht erklärt. Beim Plastik- Verbot dürfen bestimmte Produkte nicht mehr hergestellt werden; es betrifft Produktion und Umsatz. Bei der „Pommes- Verordnung“ ist das nicht der Fall.

Jetzt erfolgt der nächste Streich. Nachdem schon vor sechs Jahren die Produktion der Glühlampen in der EU verboten wurde, (legal zu kaufen kriegt man sie aber vereinzelt heute noch, als „Restbestand“) ist mit 1. September die Halogenlampe dran. Die meisten Typen von Halogenlampen dürfen dann nicht mehr produziert werden. Damit tritt die letzte Stufe der EU- Lampenverordnung in Kraft, hinter der die Ökodesign- Richtlinie der EU steckt. Nach dieser Richtlinie sollen alle Produkte vom Markt verdrängt werden, die nach Auffassung der EU zu viel Strom verbrauchen. Staubsauger z. B. wurden ja auch schon reglementiert; seit 2017 sind 900 Watt der maximale Grenzwert. Und die Halogenlampen verbrauchen ebenfalls zu viel Strom, obwohl sie vom Fachhandel nach dem Glühbirnen- Verbot als Alternative beworben wurden. Es gibt noch Ausnahmen vom Verbot. 12Volt- Lampen für Deckenfluter z. B. bei bestimmter Effizienzklasse oder Lampen mit bestimmten Sockeln und bestimmter Effizienzklasse wird es bis auf weiteres geben. Sonst aber heißt es umsteigen auf die teils giftigen Sparlampen und auf LED- Lampen. Denn die verbrauchen wesentlich weniger Strom und die EU will Strom sparen. Mit dem jetzigen Verbot hofft sie, EU- weit Strom in der Größenordnung des Jahresverbrauches von Portugal einzusparen. Naja; wer´s glaubt, wird selig. Vielleicht soll bei Lampen etc. gespart werden, damit für E- Autos mehr verfügbar ist und keine zusätzlichen Kraftwerke gebaut werden müssen, wenn die E- Mobilität einmal richtig ins Laufen kommen sollte.

Die EU- Kommission lässt übrigens schon prüfen, wo ebenfalls Sparpotential schlummern könnte. Bei Hochdruckreinigern z. B. oder Wasserkochern oder Aufzügen etc. Vielleicht könnte man auch Heimtrainer mit Dynamo propagieren, um selbst Strom zu produzieren; für das Smartphone beispielsweise. Würde zugleich der Fitness dienen. Oder man könnte Elektrorasierer verbieten. Davon träumte ja schon Bruno Kreisky.

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