„Von den Toten nichts außer auf gute Weise (reden)“ oder „Von Toten (soll man) nur Gutes (reden)“, hieß es schon vor langer Zeit, oder, wie es im Original hieß, „De mortuis nil nisi bene“. Vor ein paar Tagen ist der US- amerikanische Senator John McCain von den Republikanern verstorben und zu dessen Tod überlegen viele Menschen, ob und wie sie sich an obigen Spruch halten sollen. McCain verfügte übrigens vor seinem Tod, dass sein „Parteifreund“, US- Präsident Trump, auf seinem Begräbnis nicht erwünscht ist. In den meisten Medien wird McCain als Vietnam- Held gefeiert, der abgeschossen wurde (er war Kampfflieger), jahrelang Kriegsgefangener des Vietcong war und gefoltert wurde. Gerade die internationale Presse feiert ihn als Gegner von Präsident Trump, weil er aufrichtig und kompromisslos war.

Es wird aber behauptet, dass er in Vietnam abgeschossen wurde, als er ein Elektrizitätswerk, also eine zivile Einrichtung, bombardierte. Er war auch einer von fünf Senatoren (die „Keating Five“), die den Betrüger Charles Keating deckten. 2008, im Präsidentschafts- Wahlkampf gegen Obama, musste er sich dem Vorwurf stellen, dass Großunternehmen im Gegenzug für ihre Wahlkampfspenden große Erwartungen in ihn setzten. Er unterstützte, egal wer gerade Präsident war, sämtliche US- geführten Kriege, und das waren ja viele, und war an der Organisation vieler Staatsstreiche und Umstürze beteiligt. Er hat den Putsch gegen Hugo Chavez, den verfassungsmäßigen Präsidenten Venezuelas, vorbereitet, er war am Sturz des Präsidenten Aristide in Haiti genau so beteiligt wie 2014 am Putsch in der Ukraine, als Präsident Janukowitsch nach dem Maidan- Massaker gestürzt wurde. McCain zeigte sich damals ganz ungeniert öffentlich mit den Führern ukrainischer Faschistenorganisationen. Das machten übrigens auch Politiker der EU. Er hat auch beim „Arabischen Frühling“ die Fäden gezogen und an den Kriegen in Libyen und Syrien war er nicht unbeteiligt. Er kümmerte sich auch persönlich vor Ort darum, dass die Dschihadisten in Syrien ihren Nachschub an militärischen Mitteln im Kampf gegen Präsident Assad bekamen. Er stand, wie er selbst einmal sagte, in ständigem Kontakt mit einigen IS- Führern.

John McCain  war sicher davon überzeugt, das Richtige, also Gutes, zu tun. Somit fällt die obige Rückblende unter „von Toten (soll man) nur Gutes (reden).“


Nachtrag: Ich habe zufällig auf einer Seite einen Artikel zu John McCain entdeckt, den ich niemandem vorenthalten will; hier ist der Link.

Advertisements