Das Jammern der Unternehmer in Österreich wegen fehlender Arbeitskräfte bzw. mangelnder Ausbildung inklusive mangelnder Sprachkenntnisse wird immer lauter. Einer Erhebung der Wirtschaftskammer Österreich zufolge fehlen demnach bundesweit 162.000 Fachkräfte; jetzt soll ermittelt werden, welche Berufsbilder regional gesucht werden. Da ja nur ein Teil der Unternehmen befragt und dann hochgerechnet wurde, kann das Ergebnis jedenfalls angezweifelt werden und bedingt durch die Hochrechnung ist auch klar, warum eine zusätzliche Ermittlung zu den Berufsbildern notwendig ist. Angeblich ist schon für 87 Prozent der Betriebe der Fachkräftemangel spürbar, führt zu Umsatzeinbußen.

Solche Meldungen sind natürlich Wasser auf die Mühlen all jener, die ohne Wenn und Aber offene Grenzen und unbeschränkte Zuwanderung fordern mit der Argumentation, das würde das Problem des Fachkräftemangels lösen. Die Erfahrungen der jüngsten Vergangenheit haben aber zweifelsfrei gezeigt, dass das ein großer Irrglaube ist. Jeder von uns wird sich noch an die Beteuerung der Politiker erinnern können, dass im Zuge der Völkerwanderung 2015/2016 ja ganze Heerscharen der dringend benötigten hochmotivierten und bestens ausgebildeten Fachkräfte und Akademiker zu uns kommen würden. Dass die Realität aber sowas von Gegenteil war und ist, ist ernüchternde Tatsache. Der Anteil der Analphabeten unter Asylwerbern ist erschreckend hoch. Die Wirtschaftskammer will, wie WKO- Präsident Mahrer jetzt sagte, auf Ausbildung von Ausländern setzen. Ob das das Gelbe vom Ei ist, wird sich zeigen. Wenn, wie es da und dort in Österreich abläuft, Asylwerber die neunjährige Schulpflicht in etwa einem Jahr absolvieren können und dann ein positives Abschlusszeugnis in die Hand gedrückt bekommen (so war es zumindest für Wien einmal zu lesen), kommen Zweifel auf. Zweifel am Sinn der Maßnahme und am vermittelten Wissen der glücklichen Absolventen. Und wenn ein Lehrgang in einem knappen Jahr das Wissen und die Fähigkeiten vermitteln soll, wofür andere eine 4-jährige Lehre absolvieren, ist ebenfalls Skepsis angebracht bzw. wäre jemand ein Narr, wenn er vier Jahre für die Lehre „opfert“.

Österreich hat überdurchschnittlich viele Arbeitslose unter den anerkannten Flüchtlingen und das wird sich auch nicht ändern. Das gleiche Problem hat z. B. auch Dänemark und das wurde dort durch eine Langzeitstudie eindrucksvoll bestätigt. Wenn jetzt unaufhörlich herumgeeiert wird auf einem humanitären Bleiberecht für abgelehnte „Asyl- Lehrlinge“, so ist das nur ein Scharmützel an einer Nebenfront und hat wenig Einfluss auf das Problem an sich. Am sinnvollsten und erfolgversprechendsten wäre es, nicht auf Asylwerber zu setzen, sondern fertige Fachkräfte aus dem Ausland, z. B. aus dem asiatischen Raum, zu holen. (Dann bräuchten wir aber noch weniger „Asyl- Migranten“) Ob es moralisch in Ordnung ist, z. B. Entwicklungsländern Fachkräfte „abzusaugen“, ist eine andere Sache. Man könnte aber den Abgeworbenen eine Auswahl zwischen mehreren fix zu vergebenden Arbeitsplätzen inklusive Unterkunft bieten und wenn eine der beiden Seiten nicht zufrieden ist, dann geht er eben wieder und es gibt kein Geschrei wegen Abschiebung. Aufenthalts- und Arbeitsberechtigung wäre zu koppeln an ein aufrechtes Arbeitsverhältnis. So ähnlich lief es z. B. schon vor 50 Jahren in Australien ab. Man sollte aber auch berücksichtigen, dass es kein immerwährendes Wirtschaftswachstum geben kann. Über kurz oder lang geht die Wirtschaft wieder einmal auf Talfahrt und die Arbeitslosenzahlen steigen sprunghaft an, wenn wir jetzt so viele wie irgendwie möglich und mit allen Mitteln in den Arbeitsprozess einbringen wollen. Dann wird gejammert über die Massenarbeitslosigkeit.

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