Zur Zeit ist Syrien wieder intensiv in den Medien präsent. Es wird nämlich davon ausgegangen, dass eine sogenannte Entscheidungsschlacht in der Provinz Idlib im Nordwesten Syriens unmittelbar bevorsteht. Diese Region ist das letzte Gebiet Syriens, welches noch von sogenannten Rebellen und von Terroristen, hauptsächlich von der früheren Al- Nusra- Front bzw. HTS beherrscht wird. Nach den für die syrischen Regierungstruppen siegreichen Schlachten wurden die überlebenden Rebellen und auch Terroristen nach Verhandlungen in Konvois nach Idlib gebracht. Ein Teil der Rebellen und Terroristen entkam aber ins Ausland, ist vielleicht auch auf dem Weg nach Europa. Schätzungen zufolge befinden sich jetzt etwa 60.000 Kämpfer in der Provinz, davon etwa 10.000 bis 15.000 aus dem Ausland, z. B. aus Tschetschenien, China und Europa. Wegen der wahrscheinlich bevorstehenden Offensive der syrischen Armee kommt bei den den Rebellen und Terroristen wohlgesonnenen westlichen Politikern Hektik auf. Die EU- Außenbeauftragte Mogherini z. B. sagte jetzt in Wien: „Wir müssen vermeiden, dass es zu militärischen Aktionen in Idlib kommt, die eine humanitäre Katastrophe auslösen würden“. Es ist tatsächlich eine schwierige Situation,denn in der Region leben knapp drei Millionen Menschen. Um den Terror und den Krieg zu beenden, müssen aber die Terroristen und die Rebellen geschlagen werden. Das ist der Grund, warum der UNO- Sondervermittler für Syrien, Staffan de Mistura, humanitäre Korridore unter UNO- Aufsicht fordert, um die Menschen vorübergehend in Sicherheit bringen zu können. De Mistura sagte, die etwa 10.000 Kämpfer der Terrororganisation Al- Nusra- Front bzw HTS müssten zwar besiegt werden, aber nicht auf Kosten der Zivilisten. Der russische Außenminister war etwas deutlicher. Er nannte die Rebellen- und Terroristenhochburg Idlib ein „eiterndes Geschwür“, welches „liquidiert“ werden müsse. Lawrow sprach damit indirekt auch die geschätzten 6.000 Tschetschenen unter den Rebellen und Terroristen an, die eine große Gefahr auch für Russland darstellen und deswegen „liquidiert“ werden sollen. Die Türken, die an der Grenze zu Syrien und auch in Syrien präsent sind, unterstützen die Rebellen, sind aber ebenfalls für eine Eliminierung der Terroristen.

Wenn nichts dazwischen kommt, könnte das Problem mit den Terroristen und auch mit den Rebellen, die immer noch auf einen „regime change“ hinarbeiten, in absehbarer Zeit gelöst sein. Dann wäre auch ein Ende des Krieges und Friede in Syrien realistisch. Wenn nichts dazwischen kommt. Die syrische Regierung und auch Russland als Unterstützer warnen nämlich vor einem Angriff der Rebellen mit Chemiewaffen auf Zivilisten, den man dann der syrischen Armee in die Schuhe schieben will. Eine „false flag action“ also, von denen es schon mehrere gab. Das würde die USA auf den Plan rufen, die, anscheinend hellseherisch begabt, die syrische Regierung schon vor den Folgen eines solchen Angriffs gewarnt hat.

Die ganze Welt macht sich also Sorgen wegen der erwarteten Offensive gegen die Rebellen und Terroristen in Syrien, macht sich Sorgen um die Zivilisten. Anscheinend macht sich aber niemand darüber Gedanken, wer das Gesindel , wer die Terroristen in Syrien mit Waffen und allen anderen Notwendigkeiten unterstützt. Da geht es ja nicht um ein paar Pistolen und eine Handvoll Patronen, die man vielleicht irgendwo am Schwarzmarkt kaufen kann. In der Größenordnung stecken da Regierungen dahinter. Regierungen, die sich daheim gerne als Friedensvermittler präsentieren wollen und in Syrien heimlich Öl ins Feuer gießen. Sie sind nicht viel besser als die Rebellen und Terroristen an der Front.

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