Die EU- Kommission bekommt gute Kritiken, wird allgemein gelobt, weil sie das Ergebnis einer Online- Umfrage innerhalb der EU umsetzt: Die Zeitumstellung soll abgeschafft werden. Ob jetzt „für alle Zeit“ die Sommerzeit bleiben soll oder die Normalzeit, ist mir persönlich ziemlich „powidl“. Hauptsache, die sinnlose Umstellerei hört sich auf. Ist doch seit Einführung dieses Schwachsinns bekannt, dass das ein Flop war. Die erhoffte Einsparung von elektrischem Strom bewegte sich nämlich, wenn überhaupt feststellbar, in einer kaum messbaren Größenordnung.

Jetzt gab es also eine Online- Umfrage, an der sich kaum ein Prozent der EU- Bevölkerung beteiligte, nämlich nur 4,6 Millionen von insgesamt mehr als 510 Millionen Menschen in der EU. Ist aber auch kein Wunder, denn viel zu hören war nicht von der Umfrage. Man hat den Eindruck, dass eine hohe Beteiligung gar nicht erwünscht war. Jetzt machen die honorigen Herrschaften auf Bürgernähe und erklären uns, dass dieses eindeutige Abstimmungsergebnis, etwa 80 Prozent stimmten ja für eine Abschaffung der Zeitumstellung, für sie ein Auftrag der Bürger sei. Sehr löblich. Aber leider ist das die absolute Ausnahme, dass der Wunsch der Bürger respektiert und erfüllt wird. Wahrscheinlich passiert das aber auch nur deswegen, weil es da im Grunde um nichts geht, weil es keinen Interessenskonflikt mit einem Wirtschaftsbereich gibt. Bei wichtigen Fragen in der EU und zur EU und auch bei Fragen, die Wirtschaft betreffend, gab es bisher keine Abstimmungen und wird es mit Sicherheit auch in Zukunft keine geben. Oder glaubt jemand tatsächlich im Ernst, Brüssel würde z. B. zu einer EU- Erweiterung , zur Asyl- und Migrationspolitik, zu Sanktionen, zu Freihandelsabkommen etc. die Bevölkerung um ihre Meinung fragen? Millionen von Unterschriften von EU- Bürgern, die gegen TTIP, CETA und TiSA waren und Millionen von Unterschriften gegen eine Verlängerung der Zulassung von Glyphosat gingen der EU- Führung am A…. vorbei. Aber da ging es ja um wirtschaftliche Interessen und die haben bei den EU- Häuptlingen „selbstverständlich“ Vorrang. Bei der Sommerzeit geht es hingegen um nichts, da kann man leicht Bürgernähe vortäuschen. Schließlich gibt es ja nächstes Jahr EU- Wahlen.

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