Es ist zwar nicht so schlimm gekommen, wie von vielen befürchtet – oder auch erhofft – wurde. Trotzdem haben in Schweden die rechten Schwedendemokraten bei der Parlamentswahl kräftig zugelegt, kamen von 12,9 auf 17,6 Prozent und belegen wieder den dritten Platz. Dabei sah es spätabends nach der Wahl danach aus, als würden sie mit etwa 20 Prozent auf den zweiten Platz vorstoßen. Die Sozialdemokraten unter Premierminister Löfven fuhren das schlechteste Wahlergebnis seit mehr als 100 Jahren ein, erreichten nur mehr 28,3 Prozent, bleiben aber stärkste Partei und die auf dem zweiten Platz liegende Moderate Sammlungspartei kam auf 19,8 Prozent. Das dominierende Thema im Wahlkampf war die Migration und das ganze Rundherum, wie Kriminalität, Arbeitslosigkeit, Ghettobildung in den Vorstädten usw. Dagegen konnte die Regierungspartei samt Premierminister mit ihrem Credo von der ausgezeichneten Wirtschaftslage nicht besonders punkten. Ja, und ganz interessant im Zusammenhang mit der Schweden- Wahl zu lesen; laut Wikipedia hat die OSZE am schwedischen Wahlsystem Kritik geübt. Da es für jede Partei einen eigenen Stimmzettel gibt, kann im Wahllokal jeder sehen, für welche Partei die Wähler einen Stimmzettel nehmen. Deswegen wurden erstmals in der schwedischen Geschichte Wahlbeobachter geschickt. Die kontrollieren, ob anonym gewählt werden kann und ob in den Wahllokalen die Stimmzettel für alle zugelassenen Parteien aufliegen. So steht es auf Wikipedia bei der Wahl zum Schwedischen Reichstag 2018.

Schweden ist somit der nächste EU- Staat, in dem eine rechte Partei bei einer Wahl zulegen konnte. Der Grund dafür ist die Migration samt deren Folgen für Land und Leute. Ob die rechten Schwedendemokraten in die Regierung kommen, lässt sich jetzt noch nicht sagen. In Lettland aber und in Polen, in der Slowakei, in Österreich, Ungarn, Italien, Bulgarien und in Griechenland sitzen rechte, migrationskritische Parteien schon in der Regierung. In anderen Ländern, so wie z. B. in Deutschland, sind sie zwar im Parlament, aber nicht in der Regierung. Es ist also offensichtlich, dass zumindest in den Ländern mit rechter Regierungsbeteiligung die Bevölkerung nicht damit einverstanden war, wie die vorigen Regierungen zur Asyl- und Flüchtlingsfrage standen. Wer in den Regierungen jetzt immer noch nicht geschnallt hat, dass in der EU- weiten Asyl- und Flüchtlingsfrage schnellstens ein Schwenk nötig ist, der hinkt hinterher. Dem ist immer noch nicht bewusst, dass Regierungen gegen die Bevölkerung regieren oder regiert haben. Solche Leute sitzen auf dem falschen Sessel. Oder sie arbeiten einen Plan ab, den die Bevölkerung nicht kennt. Das könnte es ja auch geben.

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