Bei der ORF- Sendung „Im Zentrum“ war dieses Mal das Thema: „Integration im Klassenzimmer: Nicht genügend?“ Dieses „Nicht genügend“ gehört nicht nur der Integration in der Schule, sondern auch dieser Sendung, denn die wird nichts bewirken. Die beiden Politiker als Studiogäste, Rot und Blau waren vertreten, übten sich in gegenseitigen Schuldzuweisungen und Hervorheben der Leistungen ihrer Partei in dieser Frage. Wobei; dass die Roten in all den Jahren dieses längst bekannte Problem nicht ernsthaft angehen wollten, ist bekannt. Das liegt in dem Fall in der Natur dieser Partei. Und dass die Blauen nichts bis nicht viel in der Sache weiterbrachten, ist auch bekannt. Bei den Blauen kann man höchstens darüber philosophieren, ob sie deswegen nichts weiterbrachten, weil sie in Wien nichts zu sagen haben, da ja die Wiener Stadtregierung aus Rot und Grün besteht. Oder ob sie dort, wo sie vielleicht doch etwas machen hätten können, aus irgend welchen Gründen trotzdem nichts machten. Und dass die Grünen ihre bunten Freunde nicht mit irgendwelchen Maßnahmen und Vorschriften und Auflagen verärgern oder gar „diskriminieren“ wollen, wird doch auch jeder verstehen. Die Autorin jenes Buches, welches die Missstände in den Wiener Schulen aufzeigt, war ebenfalls als Studiogast dabei. Sie bemühte sich vergeblich, die Diskussion auf einem sachlichen Niveau zu halten. Der aus Deutschland gekommene Imam und Fortbildungsleiter für die islamischen Religionslehrer in Österreich gab sich sehr freundlich und aufgeschlossen, er beschränkte sich aber genau genommen auf die Forderung nach Dialogen. Ging es aber ins Detail, wie z. B. um ein Kopftuchverbot an Schulen, ließ er die Maske fallen. Das einfach so beschließen, das ginge doch überhaupt nicht, meinte der Herr. Da müssten schon die betroffenen Mädchen dazu befragt werden. Seine Stärke zeigte sich darin, Probleme zu zerreden. Eine ebenfalls anwesende Journalistin, eine Muslima, war die perfekte Unterstützung für den Herrn Imam, hatte sonst wenig einzubringen. In der Sendung wurde auch angesprochen, dass die Stadt Wien jede Menge Angebote bezüglich Integration für die Muslime habe. Es war dann aber zu erfahren, dass diese Angebote ganz einfach nicht angenommen werden. Aus Sicht der Muslime bzw. der Asylwerber, Zuwanderer, Flüchtlinge allgemein: Warum auch solche Angebote annehmen? Für Verweigerung gibt es keine Konsequenzen. Von den Behörden werden sie sehr tolerant und nachsichtig behandelt. Außerdem sind sie in Wien oder in anderen Ballungszentren schon so zahlreich (und sie werden täglich mehr), dass es für viele von ihnen längst keine Notwendigkeit mehr gibt, Deutsch zu lernen oder sich anzupassen. Sie können bei uns längst ihr Leben führen wie in ihren Heimatländern. Sie haben ihre Traditionen zu uns mitgebracht, ihre Küche, ihre Sitten und Gebräuche und es ist vielen von ihnen egal, dass das immer wieder nicht so besonders gut ankommt.

Wenn man Augen, Ohren und Gehirn einsetzt, kommt man zu folgendem Ergebnis dieser Diskussionssendung: Der Imam und die Journalistin wollen eigentlich, das alles so weiterläuft wie bisher (und das wollen sicher auch viele muslimische Schüler und deren Eltern). Nicht alle, wohlgemerkt, aber viele. Und unsere Politiker (und es ist Sache der Politik, dieses Problem zu lösen) wissen nicht, wie sie das Problem angehen sollen. Das Migrationsproblem an unseren Schulen kann man nicht mehr mit Pillen behandeln, da bedarf es mittlerweile eines Skalpells. Wer aber soll das in die Hand nehmen? Und genau deswegen, so ist aus Sicht der Nicht- Muslime und der autochthonen Bevölkerung zu befürchten, wird weiterhin nichts oder jedenfalls zu wenig passieren.

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