Soeben ging ein kurzes Kapitel der österreichischen Sozialdemokratie zu Ende. Ex- Kanzler und Noch- Parteichef Christian Kern hat seinen Rückzug von der Parteispitze bekannt gegeben. Er wird beim Parteitag am 6. Oktober nicht mehr zur Wiederwahl antreten und im Moment ist nicht klar, wer seine Nachfolge antritt. Der Kärntner „Landeshäuptling“ Kaiser und der burgenländische „Noch- nicht- ganz- Landeshauptmann“ Doskozil haben offensichtlich keine Lust, diesen Job neben ihrer Funktion zu übernehmen. Die Nationalratspräsidentin Bures spitzt eher auf die Nachfolge von Van der Bellen und somit bleibt eigentlich nur mehr Rendi- Wagner als fast logische Nachfolgerin. Ganz zufällig übrigens war Rendi- Wagner heuer zum Bilderberger- Treffen geladen. Es heißt, dort werden häufig die Weichen gestellt für den weiteren politischen Weg. Das käme also hin. Wenn die Roten nicht noch einen Überraschungskandidaten aus dem Hut zaubern. Kern, der vor ein paar Tagen Rücktrittsgerüchten noch energisch widersprach, will als SPÖ- Spitzenkandidat bei der EU- Wahl im Mai 2019 antreten und nach Brüssel wechseln. Man könnte jetzt boshaft sein und sagen, dann ist eben einer mehr von den Entsorgten in Brüssel. Aber so boshaft ist niemand.

Was bleibt von Christian Kern? Steiler Aufstieg, schneller Abgang. Der Kanzler mit der kürzesten Amtszeit in der Zweiten Republik. Der SPÖ- Parteichef mit der vermutlich kürzesten Amtszeit; kommt drauf an, wann er tatsächlich offiziell zurücktritt. Der Sager vom „Plan A“. „Vollholler“. „Alles Mumpitz“. Sein Sager: „… aber, ich meine, 95 Prozent der Politik, die geboten wird, besteht aus Inszenierung“.

Das war´s dann eigentlich schon.

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