Vor ein paar Tagen sorgte die Meldung, dass sechs Abschiebehäftlinge ihre Zellentür im Anhaltezentrum verbarrikadierten und die Zelle in Brand steckten, für Aufsehen. Die Häftlinge wollten zusätzlich mit einem in Deutsch verfassten Abschiedsbrief den Eindruck erwecken, dass sie einen kollektiven Selbstmord geplant hatten. Bald stellte sich aber heraus, dass das ein Täuschungsmanöver war. Da durch das Feuer nicht nur sie selbst, sondern auch andere Personen gefährdet bzw. verletzt wurden, wurde ein Antrag auf Untersuchungshaft gestellt und sie wurden auch wegen versuchten Mordes angezeigt.

Jetzt wurde bekannt, dass zumindest drei der sechs angeklagten Schubhäftlinge schon auf eine beachtliche kriminelle Laufbahn in Österreich zurückblicken können. Einer von den Dreien, ein angeblich 19-Jähriger, wurde sechs Mal wegen Drogenvergehen und fünf Mal wegen Körperverletzung und Attacken auf Polizeibeamte festgenommen und verurteilt. In der Gefängniszelle verbrachte er aber nur vier Monate. Ein Anderer handelte sich sechs Strafanzeigen wegen der gleichen Delikte ein. Auch hier, wie im vorigen Fall, ein Drittel Haft und zwei Drittel bedingt. Beim dritten Mann des kriminellen Trios sah es nicht viel anders aus. Insgesamt brachten es diese kriminellen „Bereicherer“ laut Zeitungsbericht auf sage und schreibe 21 angezeigte Straftaten. Nur auf angezeigte, wohlgemerkt. Denn wer weiß, ob das wirklich alles ist? Und Widerstand gegen die Staatsgewalt gehört anscheinend zum „Standardprogramm“. Wenn man sich dann die Haftstrafen anschaut, die diese gewalttätigen Wiederholungstäter tatsächlich absitzen mussten, ist man schon irgendwie irritiert. Sind unsere Polizisten für die Herren Schutzsuchenden nicht mehr als Freiwild, dürfen Polizisten von ihnen fast nach Belieben verprügelt werden? Unsere Richter, so scheint es, dürften diese Meinung vertreten. Es muss allerdings auch die Frage erlaubt sein, warum mit der Abschiebung in solchen und ähnlichen Fällen so lange zugewartet wird.

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