Die EU hat eine Untersuchung bzw. Befragung innerhalb der Europäischen Union zu Migranten durchgeführt. Es ging da um den (angeblich) offiziellen Anteil von Migranten gegenüber der öffentlichen Wahrnehmung , also dem von den Bürgern geschätzten Anteil. Es zeigte sich dabei, dass die Angaben über über den (angeblich) offiziellen Anteil und der gefühlten Wahrnehmung weit auseinander klaffen; meist ist die Schätzung wesentlich höher. Es wurde auch gefragt, ob vom Gefühl her mehr illegale oder mehr legale Migranten im Land seien. Die Befragung ist sehr aufschlussreich. Da heißt es z. B.: „Der Begriff Zuwanderer wird … in allen Fragen dieser Umfrage als eine Person definiert, die außerhalb der EU geboren wurde und sich derzeit rechtmäßig in einem EU- Land aufhält“. Den Begriff „Asylwerber“ gibt es in dieser Umfrage nicht. Ein Asylwerber ist bekanntlich jemand, der in seine Heimat zurückkehrt, sobald die dortigen Umstände es zulassen. Es wird also davon ausgegangen, dass alle, die als Asylwerber zu uns kamen, nicht nur selbst hier bleiben, sondern auch noch ihre Familie nachholen. Familiennachzug ist ja vorgesehen.

In Österreich wird laut EU- Umfrage der Migrantenanteil auf über 20 Prozent geschätzt, laut Eurostat liegt er aber „nur“ bei 10,4 Prozent. Geht man allerdings mit offenen Augen und Ohren durch Städte in Österreich oder fährt mit öffentlichen Verkehrsmitteln, dann möchte man darauf wetten, dass 20 Prozent noch weit zu niedrig geschätzt ist, dass es eher 50 Prozent sind. Aber bei Statistiken wird das Ergebnis sehr stark beeinflusst durch die Fragestellung , also durch die Formulierung der Frage und auch durch die Definition verschiedener Begriffe. Zu Zuwanderer heißt es eben: „… und sich derzeit rechtmäßig in einem EU- Land aufhält“. Hält sich jemand rechtmäßig in einem EU- Land auf, solange nicht über seinen Asylantrag entschieden ist, solange er also keinen rechtmäßigen Aufenthaltstitel hat? Vom Gefühl her eher nein. Das sind aber sehr viele und die wurden bei der Befragung somit nicht berücksichtigt. Oder die, die gegen einen negativen Asylbescheid berufen haben. Auch das sind sehr viele. In welche Kategorie gehören eigentlich jene, die im laufenden Jahr nicht „zum Verfahren zugelassen“ sind oder werden oder wurden. Mit diesem „zum Verfahren zulassen“ oder eben nicht wird wahrscheinlich die gesetzlich festgelegte Obergrenze umgangen.

Und was die Angaben betrifft, wie viele illegale Migranten im Land sind: Nur 21 Prozent der Österreicher sehen illegale Migranten in der Mehrheit. Der Zeitungsartikel gibt leider keine Antwort, ob mehr Legale oder Illegale in Österreich sind bzw. wie viele Illegale es sind. Es müssen aber sehr viele sein, wenn ich an eine Äußerung des burgenländischen Landeshauptmannes Niessl denke. Der sagte nämlich vor zwei Monaten, dass „vorsichtige Schätzungen davon ausgehen, dass sich rund 250.000 Migranten illegal in Österreich aufhalten. Das ist eine Stadt so groß wie Graz. Kein guter Zustand“.

Winston Churchill soll einmal gesagt haben: „Ich glaube nur an Statistiken, die ich selbst gefälscht habe“.

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