In den USA geht es wieder einmal rund. Die Bestellung eines Höchstrichters, der von Präsident Trump vorgeschlagen wurde, artete in eine Schlammschlacht zwischen Demokraten und Republikaner aus; tiefer ging es nicht mehr. Der Kandidat sah sich plötzlich mit Vorwürfen von sexueller Belästigung und Vergewaltigungsversuchen konfrontiert. In den knapp 40 Jahren seit jener Zeit, als das passiert sein soll, gab es weder Vorwürfe noch Anzeigen. Aber jetzt geht es ja auch darum, einen von Trump vorgeschlagenen Höchstrichter zu verhindern.

Die US- amerikanischen Demokraten waren nicht immer so. Als Bill Clinton Präsident war, gab es die Geschichte von Bill Clinton und der Praktikantin Monica Lewinsky. Da wurde aus gegebenem Anlass das „Oval Office“, das Büro des Präsidenten, inoffiziell zum „Oral Office“ umbenannt. Dem Präsidenten Bill Clinton wurde damals der Vorwurf gemacht, bei den Untersuchungen im Fall Lewinsky einen Meineid geleistet zu haben, aber er kam unbeschadet aus der Affäre heraus. Dabei behauptete damals eine Frau, 1978 von Bill Clinton vergewaltigt worden zu sein. Sie erzählte das unmittelbar nach dem Vorfall mehreren Leuten und sie erzählte das Jahre später während des Lewinsky- Verfahrens wieder in einem Interview. Dieser Frau wurde nicht geglaubt. Heute aber werden fast 40 Jahre alte Vorwürfe und Behauptungen, die erstmals auf den Tisch kommen und ohne beweise und Zeugen vorgebracht werden, ernst genommen. Das damalige (vermutliche) Clinton- Opfer nennt das heute „die größte Doppelmoral, die ich je gesehen habe“.

Advertisements