Schon mehrmals, so kann ich mich erinnern, wurden uns Insekten als Nahrungsmittel wärmstens empfohlen, ja nahegelegt. Die Nahrung der Zukunft, hieß es. Regelrechte Proteinbomben und Eiweißlieferanten seien die lieblichen Tierchen wie Würmer und Heuschrecken und was weiß ich noch alles in getrocknetem oder knusprig geröstetem Zustand. In einer TV- Sendung wurde einmal eine „Produktionsstätte“ in Holland im Detail gezeigt und euphorisch darauf hingewiesen, dass ein Kilo Insekten wesentlich günstiger zu produzieren sei als z. B. ein Kilo Rind- oder Schweinefleisch.

Jetzt ist man aber über die Phase des Empfehlens hinaus; jetzt beginnen zwei Handelsketten mit dem Verkauf der Tiere in Österreich. Da aber bis jetzt auf Insekten als Nahrungsmittel dankend verzichtet werden konnte und auch jetzt kein echter Bedarf danach besteht, es droht ja keine Hungersnot und mir ist auch nichts bekannt von irgendwelchen Tierseuchen wie Geflügel- oder Schweinepest oder Rinderwahnsinn, fragt man sich nach den Gründen für die Markteinführung. Es heißt, mehr als zwei Milliarden Menschen weltweit haben Insekten auf der traditionellen Speisekarte. Ich persönlich kenne das Getier von Märkten in Südamerika, Asien und Afrika, aber nicht von Märkten oder Läden in Europa. Was um alles in der Welt soll dann das Viehzeug auf unseren Tellern verloren haben? Ist es etwa ein weiterer Kniefall vor unseren „Gästen“ und deren Sitten und Gebräuchen, indem wir ihnen auch ihre gewohnten Leckereien wie Würmer, Heuschrecken etc. anbieten? Es hat bei uns sicher niemand was dagegen, wenn diese Tiere auch in Zukunft dort gegessen werden, wo sie schon immer gegessen wurden. Ich habe aber kein Verständnis dafür, und ich bin da sicher nicht allein, wenn uns diese „kulinarischen ( oder sollte man eher sagen kuli- „narrischen“) Köstlichkeiten“ als Ersatz für z. B. ein (nach EU- Vorgabe) goldgelb gebackenes Schnitzel oder einen knusprigen Schweinsbraten aufgetischt werden sollen.

Guten Appetit!

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