Der seit etwa eineinhalb Jahren zurückgetretene damalige Vizekanzler und ÖVP- Obmann Mitterlehner hat sich auf der politischen Showbühne zurückgemeldet. Er macht sich jetzt, gemeinsam mit dem oberösterreichischen Integrationslandesrat, dem Grünen Anschober, stark für „Ausbildung statt Abschiebung“. Mitterlehner befindet sich da in mehr oder weniger guter Gesellschaft von Gleichgesinnten, denn von Schauspielern über Politiker (meiner Meinung nach fast das Gleiche), Gewerkschafter, Fernsehleute etc. verfolgen alle das gleiche Ziel; eine Lehre für abgewiesene junge oder angeblich junge Asylwerber. Anerkannte junge Asylwerber, also jene mit einem rechtskräftigen positiven Asylbescheid oder mit irgend einem anderen Aufenthaltstitel dürfen ja selbstverständlich eine Lehre beginnen. Wenn sie denn wollen. Für die negativ beschiedenen und somit von Abschiebung bedrohten jungen Asylwerber jetzt lautstark eine Lehre zu fordern und die Aussetzung der Abschiebung, ist eigentlich ein Aufruf an die Regierung, gültige Gesetze zu missachten. Und jede Wette; die nächste Forderung wäre, auf eine Abschiebung überhaupt zu verzichten. Erst eine Lehre machen lassen und dann abschieben, wäre doch kontraproduktiv. Genau so wurde ja schon argumentiert. Vielleicht wird zusätzlich gefordert, statt den Lehrling abzuschieben, doch seine Familie nachzuholen.

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