Dass aus Österreichs Gefängnissen immer wieder „Gäste“ entwischen, ist traurige Realität und es passiert fast in jedem „Bau“, dass irgendwann irgendwer fehlt. Erst vor ein paar Tagen flüchtete in Graz- Jakomini ein Häftling durch eine offene Tür, im Sommer gab es an zwei Tagen hintereinander in Wien- Simmering zwei Ausbruchsversuche, in Klagenfurt flüchtete einmal ein „Knasti“ auf einem Müllwagen und selbst aus der Justizanstalt Stein wurden schon „Entweichungen“ gemeldet. Die meisten entwischten Gefangenen verübten aber keine spektakulären Ausbrüche aus Gefängnissen, sondern kehrten von Freigängen nicht mehr zurück. Und da dürfte, wie eine oberösterreichische Regionalzeitung berichtet, die Justizanstalt Asten in der Nähe von Linz der Spitzenreiter sein. Zwölf Personen sind laut Zeitungsartikel seit Jahresbeginn nicht mehr von ihrem Freigang zurückgekehrt, drei sind immer noch flüchtig. Vom Freigang nicht zurückgekehrt, nicht ausgebrochen. Wenn in der Gegend der Polizeihubschrauber zu kreisen beginnt, wird meist wieder ein Entwichener gesucht und dabei handelt es sich nicht nur um „harmlose Hendldiebe“. Die Richter sind anscheinend sehr tolerant und großzügig bei der Herabsetzung der sogenannten Lockerungsstufe, die den Schlüssel für Freigänge darstellt. Und es kann und soll nicht sein, dass Rechtsbrecher gehätschelt und verwöhnt werden. Und dass meist nur ein Sozialarbeiter und kein Justizwachebeamter mit einer ganzen Gruppe von Häftlingen unterwegs ist, erleichtert das Entweichen natürlich. Man könnte auch sagen, dass auf diese Weise der Freiheitsdrang der Häftlinge regelrecht gefördert wird. Vor lauter Toleranz und Resozialisierungswahn interessiert es anscheinend weder die zuständigen Richter noch die Justiz und auch nicht die Politik, dass die Bürger immer mehr sauer werden, verunsichert werden, Angst bekommen. Und vielleicht nicht ganz zu Unrecht den Eindruck gewinnen, dass sich der Staat um solche Leute mehr kümmert als um viele andere, die keine Gesetze gebrochen haben. In Asten sind ja nicht nur Kleinkriminelle , sondern auch geistig abnorme Rechtsbrecher untergebracht und da braucht man sich nicht zu wundern, wenn bei einem Hubschraubereinsatz in der Gegend bei vielen Leuten der Wohlfühlfaktor schlagartig den Nullpunkt erreicht.

Ein „Tag der Offenen Tür“ ist recht und schön, aber nicht bei einem Gefängnis.

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