Die „Krone“ veröffentlichte jetzt eine aktuelle Eurobarometer- Umfrage bezüglich Zustimmung für die EU. Dazu ist es vorab gut zu wissen, dass der Eurobarometer eine von der EU- Kommission in regelmäßigen Abständen in Auftrag gegebene öffentliche Meinungsumfrage in allen EU- Ländern ist. Eine Umfrage mit teils immer gleichen, teils wechselnden Fragen zu verschiedenen Themen. Ein knappes dreiviertel Jahr vor der nächsten EU- Wahl zeigt die Umfrage, dass die Zustimmung für die EU einen Rekordwert erreicht hat. Allerdings nicht in Italien. Dort sehen nur 42 Prozent die Mitgliedschaft positiv. Die EU- Mitgliedschaft ihres Landes sehen im Durchschnitt nämlich 62 Prozent der Bürger positiv. Das ist der höchste Wert seit 25 Jahren und sogar 68 Prozent der Befragten glauben, dass ihr Land von der EU- Mitgliedschaft profitiert. Das entspricht sogar dem höchsten Wert seit 1983. Jetzt wird es aber suspekt! 1983 gab es nämlich die EU in der heutigen Form noch lange nicht. Damals gab es noch die Vorgängergemeinschaften EGKS, EURATOM und EWG und die wurden erst 1993 mit dem Maastricht- Vertrag zusammengefasst zur Europäischen Gemeinschaft EG. Das war also immer noch nicht die Europäische Union. Was soll man jetzt vom „höchsten Wert seit 1983“ halten bzw. sind die anderen Angaben dann überhaupt noch glaubwürdig? Auch die Österreicher sehen die EU- Mitgliedschaft mit 48 Prozent und steigender Tendenz positiv und sogar 60 Prozent, ebenfalls mit steigender Tendenz, sehen einen Vorteil in der EU- Mitgliedschaft. Laut Umfrage gibt es seit dem Brexit- Referendum allgemein eine wachsende Zustimmung für die EU. Das lässt vermuten, dass die EU- Propagandamaschinerie bis jetzt gut gearbeitet hat. Die Leute dürften also glauben, dass die Briten mit dem EU- Austritt ins Elend stürzen werden, wie es mehr oder weniger deutlich aus Brüssel herausposaunt wird. Und dieses den Briten prophezeite bittere Los dürfte der Grund für eine wachsende Zustimmung sein.

Da gibt es allerdings noch eine andere Umfrage zur EU, von der man wesentlich weniger hört; aus Sicht der EU aus gutem Grund. Diese Umfrage wurde im Auftrag des Think- Tanks „Friends of Europe“ durchgeführt. „Friends of Europe“ ist eine sogenannte Denkfabrik in Brüssel und ist von der EU unabhängig, aber offen für Lobbyisten aus der Wirtschaft. Die Unabhängigkeit von der EU lässt auch ehrliche Umfrageergebnisse erwarten. Und die haben es in sich; das muss für Brüssel eine Schock- Umfrage sein. Die enthüllt nämlich, dass zwei Drittel, genau 64 Prozent aller befragten EU- Bürger nicht annehmen würden, dass das Leben ohne EU- Mitgliedschaft schlechter wäre und etwa die Hälfte, nämlich 49 Prozent der Befragten sehen die EU als irrelevant, als unwesentlich an und einer der Hauptvorwürfe an die EU ist mangelnde Transparenz. Zur Ehrenrettung der EU (in dieser Umfrage) sei gesagt, dass die Deutschen als größte Wirtschaft innerhalb der EU eine positivere Einstellung zur EU hat als der Durchschnitt der EU- Bürger. In Deutschland gibt es aber auch mediale Dauerberieselung für eine Pro- EU- Stimmung.

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