Tagelang wurde es in den Medien weltweit behauptet, aber es gab höchstens Vermutungen, Hinweise, Indizien dafür, jedoch keine Beweise: Dafür, dass der saudische Regimekritiker Khashoggi im Saudi- Konsulat in Istanbul ermordet wurde. Vorerst wurde tagelang grundsätzlich behauptet, dass Khashoggi das Konsulat wieder verlassen habe. Dann wurde aber eingestanden, dass er bei einer „tödlichen Schlägerei“ im Konsulat umkam. Türkische Dienste behaupteten aber schon vor Tagen, dass Khashoggi im Konsulat bei lebendigem Leib zerstückelt und die Teile in Diplomatengepäck außer Landes gebracht wurden; sie legten aber keine Beweise vor. Dass im saudischen Königreich Menschenrechte nichts zählen, ist allgemein bekannt. Siehe Hinrichtungen. Siehe die Weigerung, islamische Flüchtlinge aus Nachbarländern aufzunehmen. Und trotzdem wird dieser moralisch im Mittelalter stehen gebliebene Wüstenstaat mit seiner ultra- konservativen Auslegung des Islam, des zur Staatsdoktrin gemachten Wahhabismus von vielen westlichen Staaten regelrecht hofiert. Von westlichen Staaten, die immer und immer wieder ihre „Werte“ betonen. Aber Geschäfte, speziell Öl- und Waffengeschäfte, sind halt mehr wert als die viel und oft gepriesenen „Werte“. Menschenrechte werden verkauft gegen Panzer, Raketen, Bomben etc. und eine schäbige Rolle spielen da z. B. die USA, Deutschland, die EU. Es ist bekannt, was die Saudis beispielsweise im Jemen anrichten, aber sie werden nicht nur nicht gestoppt, sondern sogar unterstützt. Aber das ist vermutlich die Art von „humanitärer Hilfe“, mit der Länder „in die Steinzeit zurückgebombt“ werden.

Auch Österreich muss sich schnell, und ohne nach Ausreden zu suchen, überlegen, wie es mit dem König- Abdullah- Zentrum in Wien weitergeht. Und auch UN- „General“ Guterres ist gefordert. Saudi- Arabien ist nämlich Mitglied im UN- Menschenrechtsrat. Eine weitere Mitgliedschaft in dem Rat würde ihn jeder Glaubwürdigkeit berauben, ihn der Lächerlichkeit preisgeben. In diesen Rat wurde ja kürzlich auch Österreich hineingewählt.

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