Man möchte fast meinen, in Wien wurde eine neue Folge des Films „Dumm und dümmer“ gedreht. Im vergangenen Mai trat die von der EU ausgeschnapste Datenschutzgrundverordnung, auch als DSGVO den Bürgern im Gedächtnis haftend, in Kraft. In vorauseilendem Gehorsam und als willfähriger Vollstrecker aller, auch der unsinnigsten, EU- Beschlüsse und Verordnungen wurde von „Wiener Wohnen“ den Mietern von 220.000 Wohnungen kundgetan, dass die Namensschilder an den Gegensprechanlagen gegen sogenannte Top- Nummern ausgetauscht werden; wegen der Anonymisierung und des Datenschutzes. Eine sogenannte „ARGE Daten“ meinte dazu, diese Lösung sei „die einzig rechtskonforme Vorgangsweise“. Also, frisch ans Werk; seit 7. Oktober wurden, wie die Wohnbau- Stadträtin mitteilte, 5 Prozent der Schilder getauscht. Das wären bei „Wiener Wohnen“ also 11.000 Schilder. Gut möglich aber, dass nicht nur in Wien und nicht nur bei „Wiener Wohnen“ und nicht erst seit 7. November Namensschilder getauscht wurden.

Jetzt kommt aber ein ungläubiges „Was?“ und „Wie?“, denn die zuständige Wiener Wohnbaustadträtin meldete jetzt, etwas verlegen, dass der Schildertausch nicht nur gestoppt, sondern rückgängig gemacht wird. Eine Posse, die man 1. Reihe fußfrei genießen darf. Als Begründung heißt es: „Es gibt zu dem Thema unterschiedliche Rechtsmeinungen…“ Tatsache ist, dass von der EU- Kommission schon vor längerer Zeit kundgetan wurde, dass Namen an Türklingeln und Postkästen den Datenschutz nicht verletzen und dass diese Verordnung diesen Bereich gar nicht reguliere.

Die Wohnbau- Stadträtin, die ARGE Daten und vielleicht ein paar schon anonymisierte Meinungsäußerer haben sich da nicht gerade mit Ruhm bekleckert, ihre Büros eventuell mit der Bühne des „Komödienstadels“ verwechselt.

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