Dem Liebling der EU- Führer und der Finanzwelt zumindest in Frankreich sowie Busenfreund der deutschen Kanzlerin Merkel, dem französischen Präsidenten Emmanuel “Micron der Erste” Macron also, bläst mittlerweile ein ausgewachsener Sturm entgegen und kein Mailüfterl. Er ist nicht mehr unbeliebt, er ist bei Teilen der Bevölkerung verhasst. Er ist zur Symbolfigur einer abgehobenen, arroganten politischen Kaste geworden, die verächtlich auf das “niedere Volk” hinabschaut. Der Präsident will seine Reformen um jeden Preis durchziehen und dazu gehören Steuererhöhungen auf Treibstoffe im Kampf gegen den Klimawandel und auch zum Stopfen der vielen Budgetlöcher. Es ist in zwischen ein Machtkampf geworden. Auf der einen Seite die “Gelben Westen”. Eine Organisation, die keine ist. Sie sind nicht organisiert, sie haben keine Sprecher, keine Repräsentanten. Sie sind eine spontane Bewegung, die sich als Reaktion auf die Maßnahmen Macrons gebildet hat. Den Franzosen reicht es und viele von ihnen gehen auf die Straße. Die Orte der Proteste, der Kundgebungen, werden teils spontan ausgewählt, teils von einigen Leuten über Internet abgesprochen. Die Teilnehmer an den seit Wochen andauernden landesweiten Protesten werden angeblich weniger, aber die Proteste nehmen an Heftigkeit zu und das Gewaltpotential steigt.
  Auf der anderen Seite ist “der Staat”. Stellvertretend dafür steht der Präsident, dem die Wut der Demonstranten gilt. (Der Präsident, der sich  beim G- 20- Gipfel übrigens angeregt mit dem saudischen “Blutprinzen” unterhielt.) Und diese Wut forderte bei den Ausschreitungen am vergangenen Samstag ein paar hundert Festnahmen, ein paar hundert Verletzte und auch ein drittes Todesopfer seit Beginn der Demonstrationen. In Paris kam es zu den schwersten Ausschreitungen seit Jahrzehnten mit gewaltigen Sachschäden. Der Ausgang dieses Machtkampfes ist ungewiss. Zu Zugeständnissen ist Macron nicht bereit, er will an seinen geplanten Reformen festhalten und will Härte zeigen. Eine Härte, die in der Verhängung des Ausnahmezustandes gipfeln könnte. Allerdings zeigen nicht nur Teile der BevölkerungSympathien für die “Gelben Westen”, sondern auch Regierungsmitglieder und Oppositionspolitiker und selbst Polizisten und Feuerwehrmänner erklärten sich solidarisch mit den Demonstranten. Sind das noch Zeichen einer Rebellion oder schon Zeichen einer Revolution? Entwickelt sich da etwa ein Flächenbrand? In Brüssel, im Europaviertel, demonstrierten ebenfalls “Gelbe Westen”, brannten Polizeiautos, wurden EU- Gebäude durch Stacheldraht abgesichert. In Luxemburg gab es, genau so wie in den Niederlanden und auch in Deutschland die ersten Protestkundgebungen. In gelben Westen.
  Mit dem Sturm auf die Bastille begann im Jahr 1789 die Französische Revolution. Damals ging es gegen die Willkür des Königs und gegen hohe Steuern, die viele Menschen in die Armut trieben. Heute geht es gegen “König” Macron und gegen seine Reformen samt Steuererhöhungen. Es sind fatale Parallelen. Und eine Mahnung an andere Politiker.
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