Vor Jahrzehnten gab es einen Kriegsfilm mit diesem Titel und heute kann man diese Frage wieder stellen bzw. kann man beinahe als Feststellung sagen: Paris brennt. Ja, die Auseinandersetzungen zwischen der Regierung bzw. der Staatsmacht und den Demonstranten, den „Gelbwesten“, nehmen an Heftigkeit zu, obwohl die Zahl der Demonstranten abnimmt. Der Widerstand gegen den verhassten Präsidenten und dessen geplante Reformen breitet sich allerdings aus. Es gab jetzt schon Schülerdemonstrationen, bei denen Hunderte festgenommen wurden. Es gingen Bilder um die Welt, auf denen die Festgenommenen in kniender Haltung, ähnlich den Bildern, die man von IS- Gefangenen kennt, gezeigt wurden. Es wenden sich sogar Polizei- Einheiten von der Regierung ab. Für vergangenen Samstag war beispielsweise ein Streik bei der Polizei angesagt und einzelne Polizeieinheiten, genau so wie Feuerwehreinheiten, haben sich solidarisch mit den Gelbwesten erklärt. Auch Bauern demonstrieren mittlerweile gegen die Regierung. Ging es ursprünglich nur gegen die geplanten Steuererhöhungen auf Treibstoffe, geht es jetzt schon um viel mehr. Es wird gegen die abgeschaffte Vermögenssteuer demonstriert; dadurch werden die Reichen geschont. Es wird gegen die gesunkene Kaufkraft demonstriert, die für die unteren Einkommensschichten das Leben unerträglich verteuert. Die Bauern demonstrieren unverständlicherweise , weil das Pflanzengift Glyphosat verboten werden soll. Die Schüler gingen auf die Straße, weil sie vernünftige Schulreformen fordern und alle zusammen fordern den Rücktritt des Präsidenten.

Präsident Macron machte mittlerweile ein paar Zusagen. Er will z. B. die Steuererhöhungen auf Treibstoffe für das kommende Jahr aussetzen, aber damit geben sich die Menschen nicht mehr zufrieden. Dafür will er mit voller Härte gegen die Demonstranten, unter denen sich auch gewaltbereite Randalierer befinden, vorgehen. Macron will um jeden Preis verhindern, dass die Demonstrationen, die ja nicht nur Paris erschüttern, zu einer Revolution ausarten. In Paris alleine waren am Samstag 8.000 Polizisten im Einsatz und auf den Straßen waren neben Wasserwerfern auch Panzerfahrzeuge unterwegs, die Straßen waren in Rauch und Tränengasschwaden gehüllt, es gab weit über 1000 Festnahmen und hunderte Verletzte. Es fällt allerdings auf, dass in den Mainstream- Medien wenig bis gar nichts berichtet wird und keineswegs über die Vorgangsweise der Polizei. Die Festgenommenen waren nicht nur die üblichen Chaoten, das waren großteils normale Bürger, die während der Woche ihrer Arbeit nachgehen. Bei den Verletzten das gleiche Bild; nicht die Berufsrandalierer sind es, die in die Spitäler gebracht werden. Es sind Arbeiter, Schüler, Arbeitslose, die im Kampf um soziale Gerechtigkeit heute zu den Verlierern zählen. Der eindeutige Verlierer aber ist Macron. Der Präsident, der binnen eineinhalb Jahren von der umjubelten Lichtgestalt zur verhassten Verkörperung der Abgehobenheit, der Arroganz, des Geldadels wurde. Er hat die Franzosen, seine Landsleute, unterschätzt, weil er sie nicht kannte. Er lebte in einer anderen Welt. Seine Welt waren die Banken und nicht „das Volk“. Und wenn er jetzt auf das Volk einprügeln lässt, macht er sich nicht beliebter. Und die Unruhen weiten sich aus, greifen auf die Nachbarn über. Die EU- Häuptlinge starren mit Angst im Gesicht auf die Gelbwesten, die schon im EU- Viertel in Brüssel angekommen sind. Sie starren auf die brennenden Autos und wissen nicht so recht, was da los ist und was sie tun sollen.