Die EU- Agentur für Grundrechte führte eine Erhebung zu Antisemitismus durch, zu der mehr als 16.000 jüdische Bürger in 12 EU- Ländern befragt wurden. Und obwohl in Österreich immer wieder gegen einzelne Personen oder Personengruppen oder politische Institutionen der Vorwurf erhoben wird, antisemitisch zu sein oder Antisemitismus zu dulden oder gar zu fördern, schneidet Österreich bei dieser Erhebung relativ gut ab, liegt unter den 12 befragten Ländern an 9. Stelle. Und das, obwohl man unsere türkis- blaue Regierung ja gerne anzuschwärzen versucht. Diese Vorgangsweise kennt man ja leider auch von offiziellen Repräsentanten jüdischer Einrichtungen, aber auch von österreichischen Institutionen. Die befragten jüdischen Mitbürger gehen mit dem Thema Antisemitismus anscheinend wesentlich ehrlicher und offener um. Das zeigte sich z. B. Anfang März in einer ORF- Diskussionssendung ganz deutlich, als der Künstler und Kriegs- Überlebende Arik Brauer über Antisemitismus sprach und sich dabei zeigte, dass er eine andere Einstellung und Sichtweise hat als so mancher österreichische Würdenträger, wie beispielsweise der ebenfalls anwesende Ex- Bundespräsident Fischer. Herr Brauer sagte jedenfalls, dass er die Zuwanderung nach Europa als größtes Problem und als die Grundursache für zunehmenden Antisemitismus sehe und er sagte das in selten gehörter Offenheit. Dafür gebührt ihm Dank und Anerkennung. Und wenn man sich bei der EU- Umfrage die Spitzenreiter bezüglich Antisemitismus anschaut, dann sind das Frankreich, Deutschland und Belgien und das sind wiederum Länder mit sehr vielen islamischen Zuwanderern und das deckt sich mit Brauers Einschätzung. In diesen drei Staaten sehen zwischen 86 Prozent und 95 Prozent der befragten Bürger den Antisemitismus als ein großes bzw sehr großes Problem. Im Vergleich dazu wird in Österreich der Antisemitismus von 49 Prozent als großes und von 24 Prozent als sehr großes Problem gesehen. Am besten schneidet übrigens Dänemark mit 42 bzw. 14 Prozent ab.

Israelische Politiker haben in jüngerer Vergangenheit, speziell 2012 nach einem Attentat auf eine jüdische Schule in Frankreich und 2015 nach Terroranschlägen in Dänemark und Frankreich, ihre jüdischen Glaubensbrüder in Europa zur Auswanderung nach Israel aufgerufen und 38 Prozent der befragten Juden überlegen tatsächlich, aus Sicherheitsgründen Europa zu verlassen. Tätliche Angriffe gibt es zwar selten, in den letzten 12 Monaten passierte das laut der Studie 2 Prozent der Befragten. Die Menschen fühlen sich aber bedroht und das ist schlimm genug. Die EU sowie die Mitgliedsstaaten garantieren einen besseren europaweiten Schutz für jüdische Bürger und Einrichtungen. Aber können sie diese Sicherheit tatsächlich garantieren?

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