Es ist seit Jahren in Österreich ein offenes Geheimnis, dass es ganz besonders in Ballungszentren an sehr vielen Schulen Probleme mit ethnischen Gruppen gibt bzw. auch unter ethnischen Gruppen untereinander. Berichte über solche Probleme wurden von der Politik, von der Personalvertretung etc. unterdrückt. Was nicht sein darf, kann ja nicht sein. Die Probleme lösen sich deswegen aber nicht in Luft auf. Dann ging in Wien eine Lehrerin an die Öffentlichkeit, nannte die Probleme beim Namen. Sie wurde angefeindet, die Politik versprach Abhilfe. In TV- Studios und Zeitungsredaktionen gab es hochkarätig besetzte Diskussionen. Politiker redeten sich den Mund fusselig, aber passiert ist letztendlich so gut wie nichts. Die erwähnte Lehrerin brachte kürzlich ein Buch heraus über den „Kulturkampf im Klassenzimmer“, in dem sie über ihre Erlebnisse und Erfahrungen in ihrer Schule schreibt. Da ging ein Aufschrei durch das Land, der speziell aus dem linken Lager kam. Die Politik gab die gewohnten, nichtssagenden Floskeln von sich. Vertreter des Islam zeigten sich teils angeblich empört, teils angeblich bestürzt über das, was in dem Buch berichtet wurde. Alles in Allem war aber vorhersehbar: Der Kampf gegen die Missstände wird ein Kampf gegen Windmühlen.

Jetzt brachte die „Krone“ einen Artikel über einen Direktor an einer sogenannten Brennpunktschule in Wien (von denen gibt es leider viel zu viele). Auch er spricht über seine Erfahrungen, über die Probleme in „seiner“ multi- ethnischen Schule. Er fasst sie zusammen auf vier Integrationsprobleme: Kein Unterstützungspersonal, kein Kopftuchverbot für die gesamte Pflichtschule, Nationalismus und dann noch konservative muslimische Werte. Wenn man den Artikel liest, dann weiß man, dass der Kampf gegen Windmühlen weitergeht und, so ist zu befürchten, nicht zu gewinnen ist. Der Direktor sagte etwas sehr aufschlussreiches: „Wenn ein Spanier da ist, ist es kein Problem, aber würden sieben Spanier da sein, wäre es wahrscheinlich genau so schwierig wie mit sieben Afghanen, die dann sofort zusammen sind und sich gegen die anderen Gruppen zusammenschließen … Denn viele dieser Gruppen sind gegenüber anderen sehr nationalistisch, um nicht zu sagen rassistisch …“ Der Vergleich mit den sieben Spaniern ist willkürlich, aber er zeigt den Kern des gesamten Problems. Es kamen in zu kurzer Zeit zu Viele. Zu viele Ethnien und zu viele von jeder Ethnie. Aus dieser Mixtur sind die Probleme entstanden, über die wir uns jetzt den Kopf zerbrechen oder auch hilflos gegenüberstehen. Diese Probleme sind die Windmühlen, gegen die wir anrennen.

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