Im Wirtschaftsteil der „Krone“ wurde unter dem Titel „Der Euro lässt die Muskeln spielen“ ein Loblied auf die Gemeinschaftswährung gesungen und zur Einleitung wurde der österreichische Notenbank- Gouverneur Nowotny zitiert, der da sagte: „Eine europäische Gemeinschaft ohne gemeinsame Währung macht keinen Sinn, daher hat man den Euro eingeführt“. Dass die Vorteile und auch die vermeintlichen Vorteile des Euro hervorgehoben und ins beste Licht gerückt wurden, versteht sich von selbst. Österreichs Exporte, so wird erwähnt, stiegen seit Bestehen des Euro von 40 Prozent auf 54 Prozent und die Leistungsbilanz ist seit 2002 positiv. Ob das alles aber nur dem Euro zu verdanken ist, darf schon sehr stark angezweifelt werden. Nicht zu bestreiten ist, dass die durch Maßnahmen der EZB gesenkten bzw. abgeschafften Zinsen für die Wirtschaft, aber auch für den Staat, ein großer Vorteil sind. Allerdings sorgt es zumindest für Kopfschütteln und reibt man sich verwundert die Augen, wenn man liest, “ … dass die realen Zinsen für Sparer vor allem bei kurzfristigen Einlagen deutlich gefallen sind“. Deutlich gefallen horcht sich doch viel besser an als praktisch abgeschafft. Das erwähnte Muskelspiel des Euro ist somit auch dem Umstand zu verdanken, dass den Sparern Milliarden an Zinsen vorenthalten werden und die Spareinlagen an realem Wert verlieren. Dafür kann sich, auch auf Kosten der Sparer, der Staat leichter entschulden. Auch der Anstieg der Bargeldmenge ist meiner Meinung nach nicht unbedingt ein Indikator für eine gesunde und krisenfeste Währung. In einer Grafik wird ja gezeigt, dass der Bargeld- Umlauf von 2002 bis heute von 246 Milliarden auf 1,23 Billionen anstieg. Dieser Anstieg hängt ja auch mit dem Anstieg der Schulden und der Inflation zusammen. Die sogenannte Geldmenge M3 stieg nämlich von 2002 bis heute von etwa 5,4 Billionen auf ungefähr 12,3 Billionen und die Staatsschulden stiegen auf zirka 10 Billionen und die höchste Staatsverschuldung weisen „ganz zufällig“ die Staaten der Eurozone auf. Bei diesen Zahlen offenbart sich eine interessante Sache: Das gesamte Bargeld in der Eurozone beträgt nur ungefähr 10 Prozent der gesamten Geldmenge M3. Das heißt mit anderen Worten, dass 90 Prozent des Geldes eine „Luftnummer“ sind, sogenanntes Giralgeld oder Buchgeld oder auch Geschäftsbankengeld. Bei einem – theoretisch möglichen – Banken- „Super- GAU“ mit „Bank- Run“, bei dem die Leute alle Einlagen zu Bargeld machen möchten, würden sich schlagartig gigantische Probleme eröffnen.

Ich möchte auch nicht wissen, welche Meinung die Durchschnittsbürger jener Staaten zum Euro haben, die im Zwangskorsett der Gemeinschaftswährung fast erstickt wurden, wie z. B. die Griechen, aber auch die Zyprioten oder Portugiesen. Da wurde ja zwecks „Rettung“ der Banken und/oder der Staaten die Bevölkerung ausgepresst, fast alles öffentliche Gut verscherbelt, das Sozialwesen zertrümmert; alles zum Wohle des Euro. Sonderbarerweise wurden aber die Reichen auch in diesen Ländern immer reicher und der statistische Mittelwert über das Vermögen der Bürger schaut deswegen gar nicht so schlecht aus. Auch wenn in Wahrheit die Armut auf dem Vormarsch ist. Aber diesen Aspekt der doch so erfolgreichen Gemeinschaftswährung lässt man eher unerwähnt, hat ja auch nur indirekt damit zu tun.

Es gibt ein Sprichwort: „Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten“. Das trifft auch beim Euro zu.

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