Dass die US- Amerikaner sehr erfolgreich drohen und erpressen können, haben sie in den letzten Jahren und Jahrzehnten weltweit oft bewiesen. Häufig kam auch die dritte Stufe zum Einsatz, nämlich zuschlagen und so mancher Krieg ist darauf zurückzuführen. Der hoch verehrte und angesehene US- Präsident Obama sagte z. B. einmal ganz offen: „Wir müssen Gewalt anwenden, wenn Länder nicht das machen, was wir wollen“. Auch die Sanktionen gegen Russland, die der Wirtschaft europäischer Staaten, wie z. B. der österreichischen, großen Schaden zufügen und trotzdem mitgetragen und immer wieder verlängert werden, dürften durch US- Drohungen erreicht werden. Wie soll es sonst erklärbar sein, dass sich fast ein ganzer Kontinent freiwillig selbst schädigt?

Jetzt ist es wieder so weit, es geht um viel Geld mit Gas und um Erpressung. Die US- Regierung (und im Hintergrund die Gasindustrie) hat die Maske fallen gelassen und setzt die Europäer unter Druck. Seit die USA mit Fracking viel mehr Gas produzieren können als sie verbrauchen, wollen sie das auch verkaufen und da bietet sich Europa als potentieller Käufer an, allerdings stört da die Gas- Pipeline Nord Stream 2. Diese Gasleitung, die von Russland nach Deutschland in der Ostsee verlegt wird, würde die Gasversorgung nicht nur in Deutschland, sondern in Mittel- und Westeuropa absichern und das Gas wäre auch wesentlich günstiger als US- Flüssiggas. Und kein Transitland wie z. B. Polen oder die Ukraine könnte den Hahn zudrehen oder Gas abzweigen. Alles Gründe, die für die Leitung sprechen. Wären da nicht die Amerikaner und Präsident Trump. Die meinen, mit dieser Pipeline mache sich Deutschland total abhängig von russischer Energie. Dass sich Deutschland mit US- Gas abhängig mache von den USA, wird natürlich nicht erwähnt. So was sagt man doch nicht unter Freunden. Um dem russischen Einfluss vorzubeugen und um das US- Geschäft mit Flüssiggas anzukurbeln, bereitet die US- Regierung jetzt einen strategischen Schlag gegen die verhasste Gasleitung vor. Die USA wollen jetzt die Firmen unter Druck setzen, die die Pipeline bauen und da werden auch Sanktionen nicht ausgeschlossen. Der US- Botschafter in Deutschland drohte ganz offen: Unternehmen, die sich an dem Projekt beteiligen, seien „immer in Gefahr, da Sanktionen durchaus möglich sind“. Mit Drohung und Erpressung soll dieses Projekt zum Scheitern gebracht werden.

Jetzt hat der gute Freund und Beschützer USA auch den Europäern wieder einmal sein wahres Gesicht gezeigt. Vor ein paar Jahren flog der Abhörskandal durch NSA und andere US- Dienste auf und es gab keine Konsequenzen. Jetzt, wo es um die Absicherung der Gasversorgung geht, wird sich zeigen, ob die Europäer Rückgrat haben und sich gegen die USA behaupten. Denn das, was die USA jetzt vorhaben, fiel früher unter die Bezeichnung „Faustrecht“. Aber drohen und erpressen ist schon lange ihre Stärke.

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