In Wien gab es vor ein paar Tagen eine politisch- wirtschaftliche Veranstaltung, die es in dieser Art noch nie gab. Eine Premiere sozusagen. 1.400 anerkannte Flüchtlinge waren ausgesucht und eingeladen worden, zu der von Regierung, AMS, Industriellenvereinigung und Wirtschaftskammer initiierten Jobbörse zu kommen und der Andrang war groß. Auch Kanzler Kurz schaute kurz vorbei und erklärte, dass es das Ziel dieser Veranstaltung sei, die arbeitslosen Asylberechtigten „von Leistungsempfängern zu Leistungserbringern zu machen“.

Vor ein paar Jahren wurde uns noch erklärt, dass es sich bei den Ankömmlingen sowieso nur um hochwertige Leistungserbringer handeln würde. Seither gibt es die Politik wesentlich billiger und versucht, wenigstens einen Teil von ihnen zu Leistungserbringern zu machen, denn das Heer der Arbeitslosen unter den Asylberechtigten wird trotz guter Wirtschaftslage größer. Die bei der Veranstaltung anwesenden Politiker versprühten Zweckoptimismus und es wurden weitere „Events“ angekündigt, es wurde von „Signalwirkung“ gesprochen, von einer dreifachen Win- Situation und der AMS- Chef verglich die Veranstaltung gar mit dem einzigartigen Neujahrskonzert.

Abschließend kann man den Initiatoren – und auch den beteiligten Unternehmen – nur viel Glück wünschen. Es wäre natürlich auch schön, wenn die Medien einmal über den Erfolg dieser Veranstaltung berichten würde. Und noch etwas zum Nachdenken: Eine dänische Langzeitstudie (2004 bis 2014) des Arbeitgeberverbandes zur Integration von Migranten am Arbeitsmarkt wurde vom Leiter des Dänischen Arbeitgeberverbandes als „wirklich fehlgeschlagen“ eingestuft. Der Arbeits- und der Wirtschaftsminister nannten das Studienergebnis „zutiefst erschreckend“ und „ein Zeugnis des Versagens“. Drei von vier Flüchtlingen, die in den früher 2000er- Jahren nach Dänemark kamen, waren zehn Jahre später arbeitslos und lebten vom Staat.

Ahnungslosigkeit oder Zweckoptimismus?

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