Bald gibt es in der Ukraine Präsidentschaftswahlen. Aus irgend welchen Gründen hat die hiesige Medienlandschaft aber fast kein Interesse an diesem Ereignis. Es gäbe nämlich sehr viel zu berichten über dieses osteuropäische Land, wovor etwa fünf Jahren mit tatkräftiger Unterstützung des Westens die rechtmäßige Regierung weggeputscht wurde. Dann allerdings lief es nicht mehr nach Plan. Die Regionen Lugansk und Donezk erklärten sich für unabhängige und selbständige Volksrepubliken und seither gibt es Krieg mit der ukrainischen Armee. Ein Krieg, bei dem sich vom Westen hofierte Faschisten und Neonazis austobten. Als Draufgabe und sehr zum Verdruss des ukrainischen Regimes spaltete sich die Krim per Referendum von der Ukraine ab und schloss sich Russland an. Deswegen wurden dann voller Empörung von der EU und den USA Sanktionen gegen Russland verhängt, die bis heute andauern. Dass sich speziell die EU- Staaten wegen russischer Gegensanktionen dadurch selbst massiv schädigten, sei nur als Randnotiz erwähnt. Die Interventionen des Westens gegen die damalige ukrainische Regierung begannen, als sich zeigte, dass der damalige Präsident kein Interesse an einem Assoziierungsabkommen mit der EU hatte und auch von einem NATO- Beitritt nichts hielt.
  Und jetzt läuft in diesem Land der Wahlkampf auf Hochtouren, denn schon Ende März soll gewählt werden. Das Land ist seit dem Putsch am Maidan , bei dem es viele Tote gab, verarmt. Das BIP ist um 50 Prozent zurückgegangen, das Lohnniveau um bis zu 70 Prozent. Die EU hat schon 11 Milliarden an “Hilfen” und “Rettungsgeldern” in die Ukraine hineingesteckt, auch bei den Geldern des IWF handelt es sich um Milliarden. In diesem korrupten Land sind aber viele der Hilfen in dunklen Kanälen verschwunden. Die Bevölkerung wird immer ärmer, die Oligarchen immer reicher und zu denen gehört auch der jetzige Präsident Poroschenko, der “Schokoladekönig”. Im Wahlkampf hat sich jetzt ein Trio herausgebildet, welche sich um das Präsidentenamt raufen werden. Da ist einmal der Amtsinhaber Poroschenko, der bei Umfragen auf unerklärliche Weise plötzlich wieder bei 16 bis 18 Prozent liegt. Es ist nämlich noch gar nicht lange her, da lag er bei unter 10 Prozent. Und dann ist da die ehemalige Premierministerin Julia Timoschenko, die (gewesene?) Merkel- Freundin, die wegen Amtsmissbrauch verurteilt wurde und im Gefängnis saß. Sie liegt in Umfragen bei etwa 20 Prozent und somit knapp vor Poroschenko. Der dritte in dieser illustren Runde ist ein Komiker  namens Wladimir Selenski, der durch eine TV- Serie bekannt wurde. Auch er liegt bei etwa 20 Prozent. Die Ukrainer haben also wirklich die Qual der Wahl.
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