Noch- EU- Kommissionspräsident Juncker maulte über die Schweizer, weil sie ihn seiner Meinung nach nicht ernst nehmen und er lamentierte, dass er wegen des institutionellen Rahmenvertrages zwischen EU und Schweiz schon mehrere Male mit dem Schweizer Bundespräsidenten gesprochen habe, dieser Vertrag aber wegen der Hinhaltetaktik des Schweizer Bundesrates noch nicht zustande gekommen sei. Zusätzlich vermeinte Herr Juncker festgestellt zu haben, dass die “Schweizerischen Eidgenossen”, wenn er diesen begegne, doch “ein getrübtes Bild der Tiefe meiner Persönlichkeit haben”, wie er es vor längerer Zeit ausdrückte. Die Schuld an seinem schlechten Image schob Herr Juncker auf die Schweizer Regierung und die Schweizer Medien.
  Wundern braucht man sich nicht, dass die Schweizer mit Juncker nicht die allergrößte Freude haben und auch nicht mit der EU. Wundern kann man sich nur darüber, dass der Noch- EU- Boss Juncker das anscheinend nicht verstehen will. Die Schweiz hat ja in weiser Voraussicht nie ein Interesse an einer EU- Mitgliedschaft bekundet (was die Brüsseler Clique fürchterlich wurmt), wurde aber von der EU mit diversen Verträgen regelrecht erpresst und sie musste bittere Zugeständnisse machen. Die Eidgenossen werden sicher auch nicht vergessen haben, dass es da einmal eine Volksabstimmung gab (Volksabstimmungen sind ein Grundpeiler der Schweizer Demokratie; im Gegensatz zur EU) über eine Beschränkung der Zuwanderung, deren Ergebnis den EU- Häuptlingen gar nicht passte und wozu sich EU- Spitzenleute selbstherrlich- naiv und überheblich bis zum Erbrechen dahingehend äußerten, dass dieses Ergebnis von der EU nicht zu akzeptieren und die Volksabstimmung deshalb zu wiederholen sei. Und die Schweizer werden auch nicht vergessen, dass sie jährlich 1,3 Milliarden Franken Kohäsionszahlungen an die EU leisten müssen. Und Juncker wiederum sollte einsehen, dass die Schweizer ohne EU und ohne Euro ganz gut zurecht kommen, während die EU wirtschaftlich und politisch zunehmend in Turbulenzen kommt. Laut einer “Spiegel”- Umfrage nimmt sogar in Deutschland die EU- Skepsis zu, schrumpft die Zahl der Befürworter. Die kommende EU- Wahl verheißt nichts Gutes für die abgehoben agierenden EU- Häuptlinge. Ein Absteigen vom hohen Ross wäre angebracht.
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